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Welche Kriterien entscheiden über den Standort?
Die kommerziellen Randbedingungen. Wir werden die Entscheidung in den nächsten Wochen treffen.
Warum hat sich VW für ein SUV und gegen einen Pick-up entschieden – das eigentliche Lieblingsauto der Amerikaner?
Das SUV liefert uns die größere Kundenbasis. Als familientaugliches Fahrzeug mit SUV-Charakter und hoher Sitzposition spricht es die Kunden genau da an, wo der größte Bedarf ist. Zudem passt es am besten in den MQB. Natürlich haben wir auch das Pick-up-Segment analysiert. In diesem speziellen Nutzfahrzeugsegment der Fullsize-Trucks gibt es bereits viele etablierte Anbieter und Modelle. Wir haben derzeit kein passendes Fahrzeug, denn der Amarok ist ein Midsize-Truck. Und weil wir alleine schon aus Kapazitätsgründen nicht alles gleichzeitig machen können, haben wir dem Midsize-SUV den Vorzug gegeben. Hier sehen wir für uns viel größere Chancen.
Was wird das Midsize-SUV kosten?
Den Preis haben wir noch nicht festgelegt. Er wird sich am Wettbewerbsumfeld orientieren, also an Fahrzeugen wie dem Ford Explorer, Toyota Highlander, Honda Pilot oder Nissan Pathfinder.
Mit welchen Besonderheiten wollen Sie diesen Fahrzeugen gegenüber punkten?
Die eine Besonderheit wird es nicht geben. Es sind viele Punkte, die Volkswagen ausmachen: Zum Beispiel die Antriebsvielfalt oder die europäisch geprägte Raumökonomie mit jeder Menge Beinfreiheit. Des Weiteren können wir auf eine Vielzahl an Fahrerassistenzsystemen aus dem Baukasten zurückgreifen. Alles in allem werden wir ein attraktives Gesamtpaket schnüren.
Haben Sie beim US-Passat die Tatsache unterschätzt, dass der amerikanische Kunde jedes Jahr etwas Neues an und in den Fahrzeugen fordert?
Hier lauten die Stichworte: Derivatisierung und Lebenszyklusgestaltung. Sie können nicht zwei Jahre nach Marktstart die Technologie eines Fahrzeugs komplett wechseln. Aber Sie können sehr viel mehr optische Veränderungen vornehmen bzw. neue Derivate von bestehenden Fahrzeugen ableiten. Der Beetle Dune ist ein gutes Beispiel für unsere künftige Vorgehensweise in Nordamerika. Er sieht auf den ersten Blick aus wie ein komplett neues Modell, dabei wurde das Fahrzeug nur ein paar Zentimeter höher gelegt, mit großen Anbauteilen versehen und farbenfroh lackiert. Ein solches Fahrzeug können Sie auch mal unterjährlich im Rahmen einer Modellpflege als Derivat bringen. Solche Maßnahmen werden wir künftig intensiver ergreifen.
Das Interview führte Claus-Peter Köth
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