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Einsatzgebiet Infotainment- und Fahrerassistenzsysteme
Einsatzgebiete für Ethernet-Schnittstellen und -Netzwerke sieht Continental zunächst bei Infotainment- und Fahrerassistenzsystemen, wo eine hohe Bandbreite gefragt ist. „Hier hat Continental auch schon einen ersten Serienauftrag für ein Ethernet-fähiges Produkt“, bestätigt Helmut Matschi. Den Kunden will er allerdings nicht verraten. Weitere Domänen für Ethernet wären Chassis- und Sicherheitsanwendungen und – wie bereits praktiziert – bei der Bandende-Programmierung oder als Diagnoseschnittstelle. „Selbst Powertrain- und Fahrdynamikanwendungen können wir uns vorstellen“, so Matschi.
Mit der Serieneinführung der ersten Ethernet-fähigen Produkte rechnet Continental im Jahr 2015. Bis dahin will sich der Zulieferer als Systemintegrator etabliert haben. Das heißt, er will Ethernet-Bausteine aus dem eigenen Haus und von Drittanbietern zu integrierten Gesamtsystemen ausbauen und in die elektronische Fahrzeugarchitektur einbinden. Der Vormarsch von Ethernet in die Elektronikarchitektur wird laut Matschi sukzessive verlaufen und mit einer weiteren Steigerung der übertragbaren Datenraten einhergehen. Automobiltaugliche Ethernet-Spezifikationen mit bis zu zehn Gigabit Übertragungsrate sind in Vorbereitung. Schließlich werden die Datenmenge und -vielfalt, der Datenaustausch zwischen Steuergeräten sowie der Softwareanteil im Auto kontinuierlich zunehmen.
Ethernet und LTE: Geebneter Weg zur mobilen Konnektivität?
Das Herz eines Ethernet-Systems bilden zentrale Knoten (Ethernet Switches), die bald in vielen Komponenten von Continental integriert sein werden. Gateways fungieren als Schnittstellen zu anderen Netzwerktechniken wie etwa CAN, LIN oder MOST.

Ein zentrales Antennenmodul enthält Antennen für die drahtlose Kommunikation zwischen Fahrzeug und Infrastruktur, die Antennen für den Innenraum und die zugehörige Übertragungs- und Empfangselektronik. Alle über das Antennenmodul empfangenen Daten können direkt digitalisiert und per Internetprotokoll an die Einzelkomponenten gesendet werden. Auch externe Geräte wie Smartphones, Tablet-PC oder Laptops werden über eine Internetprotokoll-basierte Plug-and-Play-Funktion drahtlos (WLAN/Bluetooth) in das Ethernet-Netzwerk eingebunden. Das Herunterladen von Daten und Diensten aus dem Internet ist ebenfalls unproblematisch. Ethernet könnte damit den Weg zur mobilen Konnektivität ebnen, die mit dem flächendeckenden Ausbau des LTE-Mobilfunkstandards weiter an Fahrt gewinnen wird.
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