Suchen

Fahrwerk

Genfer Salon: Der Sensor-Reifen kommt

| Autor: Jan Rosenow

Mehrere Hersteller präsentieren gerade am Genfersee seriennahe Prototypen von Reifen, die mit dem Auto kommunizieren können. Und Goodyear lässt sogar Moos sprießen.

Firmen zum Thema

Echt jetzt? Im Goodyear-Konzeptreifen „Oxygene“ wächst Moos.
Echt jetzt? Im Goodyear-Konzeptreifen „Oxygene“ wächst Moos.
(Bild: Goodyear)

Alljährlich nutzt eine kleine Schar von Reifenherstellern die Bühne der „Geneva International Motor Show“, wie der Genfer Salon mittlerweile heißt, um zukunftsweisende Techniken und Konzeptstudien vorzustellen. In diesem Jahr ist das große Thema der „elektronische Reifen“. Sowohl Pirelli als auch Goodyear stellen seriennahe Prototypen vor, bei denen Sensoren in den Gummi eingebracht sind, die das Fahrzeug mit Informationen zum Reifenzustand versorgen. Das soll eine bessere Regelung der Fahrerassistenzsysteme ermöglichen.

Mit Ausnahme des Reifendrucks, der vom RDKS überwacht wird, gab es bislang keine Informationen über die Reifen und ihren Kontakt zur Straße. Auch die Raddrehzahlsensoren melden sich ja erst dann, wenn eine gefährliche Situation bereits eingetreten ist.

Mit einem Sensor im Reifen lassen sich viele neue Funktionen verwirklichen.
Mit einem Sensor im Reifen lassen sich viele neue Funktionen verwirklichen.
(Bild: Pirelli)

Reifen liefern Daten

Pirelli nennt seine entsprechende Entwicklung „Cyber Car“. Cyber Car kann neben dem Fülldruck auch die Innentemperatur, die Profiltiefe und die Vertikallast an das Fahrzeug übermitteln und dadurch die Leistung von ABS und Stabilitätskontrolle verbessern. Mit einer genauen Kenntnis der Fahrzeugmasse lässt sich zudem die Restreichweite von Elektroautos besser einschätzen.

Eine weitere Funktion ist der „Reifenpass“: Indem der Pneu seine Produkteigenschaften an das Auto funkt, kann dieses die Einstellungen der Fahrerassistenzsysteme daran anpassen – beispielsweise beim Wechseln von Sommer- und Winterreifen.

Das System soll Ende des Jahres auf den Markt kommen, und zwar sowohl in Elektrofahrzeugen als auch in konventionellen Autos, meldet der Reifenhersteller.

Reifenüberwachung ist interessant für Fuhrparks

Ein wichtiges Feature „intelligenter“ Reifen ist die Möglichkeit, den Reifenzustand ganzer Fuhrparks zum Beispiel von Carsharing-Autos elektronisch zu überwachen. Für Betreiber solcher Flotten ist es entscheidend, frühzeitig von drohenden Reifenschäden oder dem Ende der Lebensdauer zu erfahren, um den Werkstattaufenthalt planen zu können.

Der Prototyp des intelligenten Reifens von Goodyear stellt eine ständige Mobilfunkverbindung und damit eine Datenübertragung in Echtzeit sicher. So kann der Nutzer die Laufleistung möglichst komplett ausschöpfen. Ähnlich wie Pirelli ermittelt der Goodyear-Sensor Laufflächenabnutzung, Reifentemperatur sowie Fülldruck und sendet diese Daten zusammen mit der Reifen-ID an den Flottenbetreiber.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45179827)