Elektromobilität

Großkonzerne gründen Wasserstoffallianz

| Autor: Sven Prawitz

Der Hyundai ix35 Fuel Cell ist derzeit eines von nur wenigen Serienautos mit Brennstoffzellentechnik.
Der Hyundai ix35 Fuel Cell ist derzeit eines von nur wenigen Serienautos mit Brennstoffzellentechnik. (Bild: Hyundai)

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Dreizehn Unternehmen der Energie- und Automobilbranche gründen das „Hydrogen Council“. Die Allianz will die Wasserstofftechnik fördern und ihr zum Durchbruch verhelfen.

Am Dienstag (17. Januar) fand im Rahmen des World Economic Forums (WEF) im schweizerischen Davos das erste Treffen der dreizehn Gründungsmitglieder des „Hydrogen Council“ statt. An dieser Allianz beteiligen sich zunächst Air Liquide, Alstom, Anglo American, BMW, Daimler, Engie, Honda, Hyundai, Kawasaki, Shell, Linde, Total und Toyota. Die Unternehmen sehen in der Brennstoffzelle einen weiteren Baustein, um die in Paris verabschiedeten Klimaschutzziele (COP21) zu erreichen. Nach eigenen Angaben investieren die Mitglieder bisher jährlich 1,4 Milliarden Euro in Entwicklung und Industrialisierung der Brennstoffzellentechnik. Repräsentiert wird die Allianz von zwei Vorsitzenden, die aus unterschiedlichen Regionen und Branchen kommen müssen: Den Anfang machen Benoît Potier, CEO von Air Liquide und Takeshi Uchiyamada, Vorsitzender von Toyota.

Hemmschuh Infrastruktur

Neben der Entwicklung der Technik selbst muss auch das Tankstellennetz deutlich wachsen. Potier mahnte in Davos, dass die Industrie das Thema nicht alleine stemmen könne: „Wir benötigen Regierungen, die die Wasserstofftechnik mit eigenen Maßnahmen unterstützen – zum Beispiel durch Investitionspläne für eine flächendeckende Infrastruktur.“

In Deutschland unterstützt der Bund über das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) die Clean Energy Partnership (CEP). Ziel dieser gemeinsamen Initiative von Politik und Industrie ist die Alltagstauglichkeit von Wasserstoff als Kraftstoff zu erproben. Beteiligt sind unter anderem Air Liquide, BMW, Daimler, Ford, GM/Opel, Honda, Hyundai, Linde, Shell, Siemens, Total, Toyota, OMV und VW. Am 9. November 2016 hat das Bundeskabinett eine Fördersumme von 247 Millionen Euro für das NIP verabschiedet – für den Aufbau einer Infrastruktur für alternative Kraftstoffe. Unabhängig von den Fahrzeugzahlen soll das Tankstellennetz bis zum Jahr 2018 auf 100 Stationen wachsen. Dafür haben Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total im Jahr 2014 die Betreibergesellschaft „H2 Mobility“ gegründet.

Kaum Serienfahrzeuge

Aktuell gibt es nur zwei Großserienfahrzeuge mit Brennstoffzelle: den Hyundai ix35 Fuel Cell und den Toyota Mirai. Daimler will noch dieses Jahr einen Plug-In-Hybrid mit Brennstoffzelle anbieten und Honda lieferte kürzlich die ersten Fahrzeuge des in Kleinserie gebauten Clarity aus.

In einem Gespräch mit der Presseagentur dpa verrät BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich, dass BMW ab dem Jahr 2021 eine Kleinserie auf den Markt bringen wolle. Für alle Kunden soll die Brennstoffzelle dann ab 2025 verfügbar sein. Er begrenzt den Einsatz der Technik jedoch auf große, schwere Fahrzeuge: So werde BMW die Brennstoffzelle vermutlich nur oberhalb der 5er-Baureihe anbieten.

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