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Wirtschaft Källenius: „Klarer Strategieschwenk, mehr inhouse zu machen“

Autor: Svenja Gelowicz

Daimler-Chef Ola Källenius will beim für den Konzern wichtigen eigenen Betriebssystem möglichst viel selbst entwickeln. Trotz der Krise habe man keine wichtigen Entwicklungsprojekte verschoben, erklärt der Manager außerdem.

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Daimler-Chef Ola Källenius.
Daimler-Chef Ola Källenius.
(Bild: Daimler)

Daimler entwickelt unter dem Namen „MB.OS“ ein konzerneigenes Betriebssystem und hofft dabei, auch über Softwareupdates neue Digitalerlöse generieren zu können. „MB.OS ist das Gehirn und das zentrale Nervensystem des Autos. Deswegen ist es so wichtig, dass wir der Architekt von diesem Operativsystem sind; dass auch die Schnittstelle zum Kunden uns gehört“, sagte Daimler-Vorstandschef Ola Källenius beim virtuellen „Auto-Gipfel“ von „Handelsblatt“.

Automobilbau ist Zehnkampf.

Ola Källenius

Dem Manager zufolge will der Konzern dabei über vertikale Integration vieles selbst entwickeln. Laut Källenius müsse Daimler nicht „jedes digitale Rad neu erfinden“, man arbeite durchaus mit Tech-Unternehmen und Automobilzulieferern zusammen. Aber „es ist ein klarer Strategieschwenk, mehr inhouse zu machen“, so Källenius.

Alle sechs Monate ein neues Auto

Im Jahr 2021 will Daimler die neue E-Plattform für Oberklasse-Fahrzeuge launchen, Electric Vehicle Architecture, kurz Eva, genannt. Die elektrische Oberklasselimousine EQS steht beispielsweise auf ihr. Källenius: „Aus der Plattform entsteht in den nächsten Jahren eine ganze Familie. Man wird alle sechs Monate ein neues Auto sehen.“

Daimler hat unlängst verkündet, sich wieder stärker auf den Markenkern „Luxus“ fokussieren zu wollen. Trotzdem wolle man nicht aus den Kompaktmodelle aussteigen. „Wir suchen uns die Positionen im Kompaktsegment aus, die am meisten dem Markenversprechen von Mercedes entsprechen. Wir haben dort auch Business Cases mit adäquater Rendite“, sagte der Daimler-Chef weiter. Man wolle für ein „großes Publikum“ erreichbar bleiben, aber es mache keinen Sinn, in Wettbewerb mit Volumenherstellern zu stehen und die Marke „nach unten auszudehnen“.

Kostenstruktur bei Daimler „ist nicht Benchmark“

Um das Markenversprechen einzulösen, konzentriere man sich gerade stark auf die Themen Software und Digitalisierung sowie Elektromobilität. „Das stellen wir die Gradienten gerade sehr steil“, so Källenius. Trotzdem vernachlässige man andere Themen nicht. „Automobilbau ist Zehnkampf“, so Källenius launisch.

Trotz der Coronakrise hat Daimler Källenius zufolge kein wichtiges Entwicklungs- oder Technologieprojekt verschoben. Mit Blick auf die Sparmaßnahmen sagte der Konzernchef, die Kostenstruktur bei Daimler „ist nicht Benchmark“. Man könnte effizienter sein, ohne Abstriche bei den Innovationen zu machen.

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 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Redakteurin Wirtschaft und Mobilität