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Zulieferer Kleiner, leichter, günstiger: GKN entwickelt neuen E-Antrieb

Autor: Sven Prawitz

In einem Gemeinschaftsprojekt wollen GKN Automotive, Drive System Design und die Hochschule von Nottingham einen leistungsfähigen und zugleich kompakten Elektroantrieb entwickeln. Der neue E-Antrieb soll in den wichtigsten Kennzahlen heutige Systeme übertreffen.

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GKN-Standort in den Alpen.
GKN-Standort in den Alpen.
(Bild: GKN)

Der Automobilzulieferer GKN Automotive entwickelt gemeinsam mit dem Entwicklungsdienstleister Drive System Design und der Hochschule von Nottingham einen neuen Elektroantrieb. In einer Mitteilung heißt es, der neue E-Motor soll 25 Prozent kleiner und günstiger und 20 Prozent leichter sein. Zudem soll der Wirkungsgrad um zehn Prozent besser sein – jeweils verglichen mit den aktuell üblichen Kenngrößen vergleichbarer Systeme. Das Projekt hat laut GKN ein Budget von 8,8 Millionen Euro und soll bis zum Jahr 2023 abgeschlossen sein.

Kompakt durch gemeinsame Kühlung

Am Ende des Projekts soll ein vollständiges Antriebssystem stehen, das einen Downsizing-optimierten Antriebsmotor umfasst, dazu eine optimierte Kraftübertragung sowie einen Hochfrequenz-Inverter als geschlossene Baueinheit. Diese soll mittels gemeinsamer Kühlung für besonders kompakte Abmessungen sorgen. Die Betriebsspannung soll 800 Volt und die Drehzahl über 20.000 Umdrehungen pro Minute betragen.

Für die Leistungselektronik sollen Halbleiter aus Siliziumcarbid eingesetzt werden. Diese erschließen laut GKN neue Möglichkeiten hinsichtlich eines besseren Wirkungsgrads. Gordon Day, der leitende Manager im Forschungszentrum von GKN Automotive: „In enger Zusammenarbeit mit Drive System Engineering und der Hochschule Nottingham arbeiten wir an einem besonders fortschrittlichen E-Antrieb, der kompakter und effektiver ausfallen wird als jedes aktuell verfügbare System.“

Eine Million E-Antriebe

Unterdessen hat GKN den millionsten E-Antrieb produziert. Diese kommen momentan vorwiegend vom italienischen Standort Bruneck. Um die gestiegene Nachfrage zu bedienen hat der Zulieferer seine Kapazitäten an seinen internationalen Standorten ausgebaut: So wurde die Fertigungskapazität des Joint-Ventures in Schanghai (Shanghai GKN Huayu Driveline Systems) deutlich ausgebaut. Zudem entstand in Pinghu in der Provinz Zhejiang – 100 km südwestlich von Schanghai – eine neue Fertigungsstätte. An den japanischen Standorten in Tokoname und Nagoya produziert das Unternehmen Multimode-Getriebe für den Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid.

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 Sven Prawitz

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Technikjournalist