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MBtech bietet Erdgasmotor für den Nutzfahrzeugsektor

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Neues Studienkonzept

Christian Hirner, Leiter Konstruktion Grundmotor der MBtech, konnte den Nfz-Motor zusammen mit seinem Team komplett neu entwickeln.
Christian Hirner, Leiter Konstruktion Grundmotor der MBtech, konnte den Nfz-Motor zusammen mit seinem Team komplett neu entwickeln.
(Foto: MBtech)

Alle diese Effekte berücksichtigten die MBtech-Ingenieure und ließen sie in das Konzept des CoNAG 4C-Motors einfließen. Der Motor basiert auf keinem bestehenden Konzept, sondern wurde vielmehr auf dem weißen Blatt entwickelt und konsequent auf monovalenten Erdgasbetrieb ausgelegt. „Wir nutzten beim CoNAG 4C natürlich die Erfahrung aus vergangenen Jahren, in denen wir eine MBtech-eigene CNG-Studie eines Mercedes-Benz SLK realisierten. Das Fahrzeug hatte in seiner finalen Variante eine höhere Motorleistung als die Serienversion mit Benzinmotor“, erinnert sich Kühn.

Der CoNAG-Motor ist jedoch nicht für das Roadster-Segment ausgelegt, sondern für das kommerziell attraktive Segment des kommunalen Liefer- und Verteilerverkehrs. „Während der Konzept- und Detaillierungsphase wurde die Konstruktion mittels Berechnungssimulationen abgesichert“, so Christian Hirner, Leiter Konstruktion Grundmotor der MBtech. „Das erlaubt uns, im Hinblick auf Leichtbau und Downsizing neue Wege zu gehen.“ Die Motorleistung von 220 kW (bei einem Drehmoment von 1.200 Nm) wird mit 6,0 l Hubraum aus Bauraumgründen von vier Zylindern anstatt der üblichen sechs dargestellt. Außerdem ist geplant, das Zylinderkurbelgehäuse aus Aluminium im Sandgussverfahren zu produzieren, um das Gewicht der größten Motorkomponente so gering wie möglich zu halten. Der Motor muss die marktübliche Lebensdauer von 800.000 km erreichen. Dabei sind die mechanische Erprobung, die Komponentenentwicklung und die optimale Auslegung des Brennverfahrens die Schlüsselfaktoren für den Projekterfolg.

Simulation am 1-Zylinder-Motor

Wichtiges Hilfsmittel bei der Entwicklung des komplexen Aggregates ist die Darstellung eines 1-Zylinder-Motors. „Das spart Geld und erzielt aussagefähige Resultate bezüglich Thermodynamik und Dauerhaltbarkeit“, fasst Michael Kühn zusammen. „Unsere Stärken sind kurze Kommunikationswege aufgrund gebündelter Kompetenzen in einem Haus. So können wir am Prüfstand die optimalen Verbrennungsparameter herausfahren und diese zeitgleich an die Konstruktion, Berechnung und Mechanikentwicklung zurückspielen.“ Noch vor der Realisierung des Vollmotors erfolgt ein Abgleich der Simulationsmodelle für den Erdgasbetrieb. „Damit haben wir eine sehr gute Basis für die Fertigstellung des Vollmotors“, sagt Hirner. „Es ist der Traum eines jeden Konstrukteurs, einen Motor auf dem weißen Blatt zu konzipieren, diesen weiter zu detaillieren und schließlich am Prüfstand brummen zu hören.“ Dieses Ziel verfolgte das Team um Christian Hirner, und es nutzte dabei die Möglichkeit, in das CoNAG 4C-Projekt all sein Wissen und seine Erfahrungen einzubringen. Zugleich zeigt das Projekt eine in der Branche immer stärker gefragte Kompetenz: als vollumfänglicher Generalunternehmer zu agieren.

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