Autozulieferer Nach Magna-Vorstoß: Auch Qualcomm will Veoneer kaufen

| Aktualisiert am 09.08.2021Autor: Svenja Gelowicz

Bahnt sich um den Zulieferer Veoneer eine Übernahmeschlacht an? Der Chip-Riese Qualcomm hat ebenfalls ein Angebot präsentiert – und das schlägt die Offerte von Magna deutlich.

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Veoneer ist ein gefragter Übernahmekandidat: Sowohl Magna als auch Qualcomm wollen die Schweden übernehmen.
Veoneer ist ein gefragter Übernahmekandidat: Sowohl Magna als auch Qualcomm wollen die Schweden übernehmen.
(Bild: Veoneer)

Am Donnerstag (5. August) hat der Chipfertiger Qualcomm vermeldet, dem schwedischen Automobilzulieferer Veoneer ein Kaufangebot unterbreitet zu haben. Qualcomm buhlt damit neben Magna um den Elektronikspezialisten, der ein Spin-off des Zulieferer Autoliv ist. Während Magna Anteile für 31,2 Dollar pro Aktie kaufen will, gibt Qualcomm bekannt, 37 Dollar pro Aktie ausgeben zu wollen. Heißt: Während das Kaufangebot von Magna insgesamt 3,8 Milliarden Dollar entspricht, geht es bei dem Hersteller von Snapdragon-Chips um 4,6 Milliarden Dollar.

Zwischen Veoneer und Magna besteht bereits ein Fusionsvertrag. Veoneer bestätigte ebenfalls am Donnerstag die Offerte und teilte mit, dass der Vorstand das Angebot „im Einklang mit seinen rechtlichen Pflichten und den Bedingungen der Magna-Fusionsvereinbarung“ prüfe. In einer Meldung vom Sonntag kündigte Veoneer dann an, mit Qualcomm in Gespräche einsteigen zu wollen, da das Angebot das konkurrierende Angebot von Magna übertreffe. Der Vorstand habe gemäß der Bedingungen der Fusionsvereinbarung die Möglichkeit dazu. Der Fusionsvertrag bleibe jedoch in Kraft. Von Magna gibt es keine Stellungnahme.

Laut einem Bericht von „Bloomberg“ habe Veoneer in der Fusionsvereinbarung zugestimmt, an Magna im Falle eines besseren Angebots 110 Millionen US-Dollar zu zahlen, um den Vertrag aufzulösen.

Qualcomm und Veoneer kooperieren bereits

Die Nachrichtenagentur „Reuters“ zitiert aus einem Kommentar des Analysten Daniel Newman von Futurum Research, dass Qualcomm, insofern das Unternehmen die Aktionäre von Veoneer überzeugen könnte, sein Autogeschäft sofort auf Infotainment, Telematik und Kombiinstrumente für ADAS-Technik ausweiten könnte.

Qualcomm arbeitet mit Veoneer bereits bei Fahrerassistenzsystemen zusammen. Die beiden Unternehmen haben dafür die Marke Arriver ins Leben gerufen.

Veoneer: Experte für ADAS-Systeme

Veoneer entwickelt und fertig Software, Hardware und Systeme für Fahrerassistenzsysteme, automatisiertes Fahren und Passagierschutz. Zum Portfolio gehört Sensorik wie Radar und Lidar, Bildverarbeitungssysteme oder elektronische Steuergeräte für ADAS-Systeme.

Der größte Kunde ist nach eigenen Angaben der Stuttgarter Autobauer Daimler, Veoneer liefert beispielsweise ADAS-Software und Radar-Technik für die S-Klasse. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Stockholm.

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Redakteurin im Ressort Management