Automobilzulieferer Neuer Mega-Zulieferer: Hella und Faurecia formen Forvia

| Aktualisiert am 14.02.2022Von Svenja Gelowicz

Nach der Übernahme von Hella durch Faurecia war unklar, wie der neu gebildete Automobilzulieferer heißen wird. Nun stehen der Name und die neue Struktur fest.

Anbieter zum Thema

Faurecia und Hella gehen zusammen und wollen gemeinsam schneller wachsen als zuletzt.
Faurecia und Hella gehen zusammen und wollen gemeinsam schneller wachsen als zuletzt.
(Bild: ©TSUNG-LIN WU - stock.adobe.com)

Aus Faurecia und Hella wird Forvia. Nach der im Herbst 2021 angekündigten Übernahme Hellas durch den französischen Zulieferer konnte sich Faurecia zum Jahreswechsel gut 80 Prozent der Hella-Aktien sichern. Das Wort Forvia soll Bewegung ausdrücken („for via“) und sei in mehreren Sprachen einfach auszusprechen.

Forvia bildet künftig die Dachmarke von Faurecia und Hella, heißt es weiter von den Franzosen. Hella und Faurecia bleiben dabei zwei rechtlich unabhängige Unternehmen. Auch die Produktmarken bleiben weiterhin bestehen.

Über 500 Beschäftigte hätten Forvia im sogenannten Project One vorangetrieben. Der Gesamtkonzern gibt sich ambitionierte Ziele: 250 Millionen Euro wollen die Frischvermählten durch Synergien ab dem Jahr 2025 jährlich sparen, ab 2023 könnte man bereits 40 Prozent des Sparpotenzials heben. Einen Großteil davon sollen zehn Projekte heben, die unter anderem den Einkauf, IT oder die Fertigung betreffen.

Stärkere Position in China, Japan und USA

Mitte des Jahrzehnts soll die Umsatzrendite bei 8,5 Prozent liegen. Forvia forme den siebtgrößten Automobilzulieferer weltweit. In der Top-100-Übersicht 2021 von Automobil Industrie würde der Gesamtkonzern mit einem Umsatz von kumuliert knapp 20 Milliarden Euro Platz 9 einnehmen – knapp hinter Michelin und vor Bridgestone. Zum Vergleich: Forvia ist deutlich größer als Valeo (16,4 Mrd. Euro) und Aptiv (11,4 Mrd. Euro). Zu den Branchengrößen Bosch, Denso und Continental fehlen allerdings noch gut 20 Milliarden Euro Umsatz.

Der neue Forvia-Konzern soll stärker in China, Japan und USA aufgestellt sein: „Eines von zwei weltweit produzierten Autos wird mit unserer Technik ausgestattet sein“, sagt Faurecia-Chef Patrick Koller selbstbewusst am Montag (7. Februar) bei einer Pressekonferenz. „Zwei profitable Firmen schließen sich zusammen.“ Mit Noch-Hella-Chef Rolf Breidenbach bekräftigte er mehrfach, dass beide Unternehmen enorm von dem Zusammenschluss profitierten und die Produkte beider Konzerne in Wachstumsfeldern lägen. Wichtigste Aufgabe sei nun, das Wachstum zu managen und dabei schlank und effizient zu handeln. Breidenbach selbst wird Hella Ende Juni frühzeitig verlassen.

Forvia: Sechs Geschäftsfelder

Koller gliedert den Automobilzulieferer in sechs Geschäftseinheiten: Weiterhin bei Faurecia liegen die Bereiche Sitze, Interieur und Clean Mobility. Hella verantwortet Licht und das neue Geschäftsfeld Lifecycle Solutions. Letztere bündelt die vorherigen Segmente Aftermarket und Spezialanwendungen.

Das wichtige Elektronikgeschäft treiben beide Unternehmen in ihren Marken voran. „Wir haben ein paar Überschneidung in dem Feld“, sagt Koller. Auch wenn sowohl Hella als auch Faurecia bei Elektronik eigenständig in ihren Einheiten arbeiten sollen, will Forvia dabei Synergien heben.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:47981178)