IAA Nutzfahrzeuge

Renault EZ-Pro: Concept Car mit Concierge

| Autor / Redakteur: Elfriede Munsch/SP-X / Svenja Gelowicz

EZ-Pro heißt ein Renault-Konzeptfahrzeug, das auf der IAA Nutzfahrzeuge seine Premiere feiert.
EZ-Pro heißt ein Renault-Konzeptfahrzeug, das auf der IAA Nutzfahrzeuge seine Premiere feiert. (Bild: Renault)

Renault schaut in die Zukunft und zeigt nach dem Roboter-Taxi für die innerstädtische Personenbeförderung nun den automatisiert fahrenden Transporter für die letzte Meile. Der fährt aber nicht immer allein vor.

Renault zeigt auf der IAA Nutzfahrzeuge (20. bis 27. September) einen Blick in die Zukunft und präsentiert die Studie eines automatisiert und elektrisch fahrenden Transporters. Das EZ-Pro genannte Konzeptfahrzeug soll nach den Vorstellungen der französischen Kreativen im Jahr 2030 in den Städten lokal emissionsfrei, vernetzt, leise und sicher unterwegs sein.

Für die Auslieferung von Gütern zu den Kunden „auf der letzten Meile“ jedoch ist weiterhin ein Mensch vorgesehen. Dieser soll sich ganz in der französischen Concierge-Tradition um die Belange der Kundschaft persönlich kümmern.

Urbanisierung erfordert neue Mobilitätskonzepte

Die Menschen zieht es weiterhin in die Städte. 2030 leben wohl rund 80 Prozent der Europäer und 70 Prozent der Chinesen in urbanen Zentren. Gleichzeitig steigt, auch wegen des Booms des E-Commerce der Lieferverkehr in den Metropolen weiter an. Mit EZ-Pro will Renault die Warenanlieferung vor allen Dingen effizienter und umweltfreundlicher gestalten und gleichzeitig die Stadtbewohner als auch die Auslieferungsfahrer entlasten. „Bei unserer Studie geht es vor allen Dingen darum, vorauszudenken und Logistikkonzepte für die Zukunft zu entwickeln“, führt Philipp Divine, Direktor für Strategieentwicklung bei Renault, aus.

Welche Technologien, Infrastrukturen und rechtlichen Voraussetzungen im Einzelnen für automatisiertes Fahren genau zum Einsatz kommen werden beziehungsweise zur Verfügung stehen müssen, stand nicht im Mittelpunkt der Studie. So konnten die Kreativen weitgehendst losgelöst von Themen wie elektrischer Reichweite, Batteriekapazität, Lademöglichkeiten, Radar- und Lidarsystemen, Vernetzung mit anderen Fahrzeugen oder der Akzeptanz in der Bevölkerung Ihre Ideen für KEP (Kurier-, Express- und Paketdienste) oder Handwerker und Dienstleister wie mobile Kaffeestand- und Foodtruck-Betreiber umsetzen.

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KEP-Branche: Automatisierung soll Zusteller entlasten

Wichtigste Zielgruppe sind jedoch in Zeiten des boomenden E-Commerce die KEP-Unternehmen: So sitzen auch Mitglieder der DPD-Group mit den Renault-Ideenschmieden an einem Tisch. Praxisnah sollen die Vorschläge sein: Jean-Claude Sonet, bei DPD für die Kundenbetreuung zuständig, gefällt, dass die Transporter der Zukunft im Verteilerzentrum automatisch beladen werden. „Das entlastet die Auslieferer ungemein. Es reicht, wenn sie noch vor Ort die Pakete zum Kunden in den fünften Stock tragen müssen.“ Natürlich sind die Pakete so sortiert, dass der Auslieferer sie sofort findet. Selbstverständlich ist auch die Routenplanung optimiert, die Wünsche der Kunden (Zeit, Ort) werden berücksichtigt.

Weniger gestresst sind die Fahrer auch, da ist sich Sonet sicher, weil sie die Verantwortung fürs Fahren und Parken im dichten Stadtverkehrsgewimmel nicht mehr haben. „Sie können sich stattdessen während der Fahrt mit Büroarbeiten beschäftigen oder einfach in Ruhe einen Kaffee trinken.“ Selbstverständlich ist die Mitarbeiter-Umgebung ansprechend gestaltet – mehr Wellness-Oase als funktionaler Transporter-Arbeitsplatz. Mit weniger Hektik und weniger körperlicher Belastung würde auch die Attraktivität des Berufes steigen, hofft Sonet. Schließlich klingt auch die Berufsbezeichnung „Concierge“ besser als Paketbote.

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Zustell-Trucks fahren im Platoon

Natürlich muss nicht immer ein Mensch an Bord sein. Es gibt auch reine Transporter-Pods. Diese schließen sich je nach Bedarf und ähnlich wie beim Platooning von Lkw mit anderen Pods zu einem Konvoi zusammen. Diese Pods können zum Beispiel als mobile Packstation fungieren. Für eine effiziente Verteilung gibt es unterschiedlich große Boxen, in denen Gegenstände verstaut werden können. Die Kunden deponieren dort Pakete oder holen ihre bestellte Ware ab.

Die in Hannover gezeigte Studie nutzt dieselbe Plattform wie der in diesem Jahr auf dem Genfer Automobilsalon vorstellte Taxi-Roboter EZ-Go. Der knapp fünf Meter lange Transporter entspricht ungefähr den Maßen eines aktuellen Renault Master (L1, H1). Ein Pod mit Concierge bietet sechs Kubikmeter Laderaum, die reinen Transporter-Pods kommen auf zwölf Kubikmeter. Angedacht werden aber auch kleinere Pods. Schließlich gibt es auch Städte mit engen Gassen. Und die werden auch 2030 aktuell sein.

Auf der Pariser Motorshow im Oktober zeigt Renault die nächste EZ-Studie. Nach Ideen zur Personen- und Transportlösungen könnten nun Konzepte zum Individualverkehr in den Fokus rücken.

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