Zulieferer Samsung SDI übernimmt GM-Anteile am Batterie-Joint-Venture SynergyCells

Von Sven Prawitz 2 min Lesedauer

Der Zulieferer erwirbt die kompletten GM-Anteile am Gemeinschaftsunternehmen SynergyCells. Gemeinsam wollen beide Unternehmen dennoch eine neue prismatische Batteriezelle für Elektrofahrzeuge entwickeln.

GM und Samsung SDI wollen gemeinsam eine neue prismatische Zelle entwickeln. Die Anteile am Gemeinschaftsunternehmen gibt GM jedoch an den Zulieferer ab.(Bild:  KI-generiert)
GM und Samsung SDI wollen gemeinsam eine neue prismatische Zelle entwickeln. Die Anteile am Gemeinschaftsunternehmen gibt GM jedoch an den Zulieferer ab.
(Bild: KI-generiert)

Samsung SDI hat mit General Motors (GM) eine neue Vereinbarung geschlossen. Wie der Batteriehersteller mitteilt, wollen beide Unternehmen gemeinsam eine prismatische Batteriezelle für künftige Elektrofahrzeug-Anwendungen entwickeln, die sich durch hohe Energiedichte und schnelle Ladefähigkeit auszeichnen soll.

Zugleich übernimmt Samsung den GM-Anteil von 49,99 Prozent am gemeinsamen Joint Venture SynergyCells in New Carlisle, Indiana. Die Partner wollen künftig andere Formen der Zusammenarbeit verfolgen als über das bisherige Gemeinschaftsunternehmen. „Diese Entscheidung spiegelt zwar die jüngsten Marktveränderungen wider, dient aber vor allem der Fortsetzung der strategischen Partnerschaft mit GM“, teilt Samsung SDI mit. Man werde das gemeinsame Engagement für eine elektrifizierte Zukunft fortsetzen und das Werk nutzen, um auf den schnell wachsenden Markt für Energiespeichersysteme (ESS) in den USA zu reagieren.

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Elektroauto-Nachfrage wächst langsamer als erwartet

DHintergrund des Eigentümerwechsels sind laut Samsung SDI veränderte Marktbedingungen seit der ursprünglichen Ankündigung des Joint Ventures. Vor allem die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen sei langsamer gewachsen als ursprünglich erwartet.

Mit der Übernahme der Anteile errichtet Samsung SDI seinen ersten eigenständig betriebenen Produktionsstandort für Batterien in Nordamerika. Das Werk soll nach Fertigstellung zunächst Batterien für Energiespeichersysteme produzieren, um auf die steigende ESS-Nachfrage in den USA zu reagieren. Perspektivisch könnten dort auch die gemeinsam mit GM entwickelten prismatischen Zellen gefertigt werden. Das Batteriewerk befindet sich derzeit im Bau.

Analysten: Rollentausch zwischen Zellhersteller und Autobauer

Der Rückzug von GM aus der gemeinsamen Zellfertigung passt nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens Global Data in einen branchenweiten Trend. Die vollständige Übernahme verschaffe Samsung SDI mehr Kontrolle über Kapazitäten, Fertigungsplanung, Produktmix und Investitionsentscheidungen, sagt Madhuchhanda Palit, Senior Automotive Analyst bei Global Data. Da die ESS-Nachfrage in den USA robuster wachse als die Nachfrage nach Elektroauto-Batterien, lasse sich das Werk in Indiana kurzfristig stärker auf prismatische Zellen für Energiespeicher ausrichten.

Für GM bedeute der Ausstieg aus der gemeinsamen Zellproduktion primär ein reduziertes Risiko in der Zellfertigung, behalte über die Entwicklungsvereinbarung aber weiterhin Zugang zu fortschrittlicher Batterietechnik – ohne die vollen Investitions- und Betriebsrisiken der Kapazität selbst zu tragen. Das passe zu einer branchenweiten Entwicklung, bei der Autohersteller zunehmend von eigener Produktionskapazität auf flexiblere Zulieferer- und Partnerschaftsmodelle umschwenkten.

Allerdings berge dieser Schritt für GM auch Risiken, warnt die Analystin: Der Konzern mache sich stärker abhängig von Zulieferern, was Liefermengen und Zeitpläne angeht – besonders wenn sich die im Rahmen der Entwicklungsvereinbarung entstehenden prismatischen EV-Zellen verzögern oder geringere Margen erzielen als erwartet.

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