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Marktzahlen Studie: Automobilzulieferer steigern Umsatz

Redakteur: Maximiliane Reichhardt

Die aktuelle Automobilzulieferer-Studie „Strategien für eine neue Wertschöpfungsarchitektur“ von Strategy& zeigt: Die deutschen Automobilzulieferer bleiben Weltspitze. Auch international gesehen hat die Branche zuletzt zugelegt.

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Die deutschen Zulieferer konnten ihre Umsätze steigern, doch ihr Weltmarktanteil stagniert.
Die deutschen Zulieferer konnten ihre Umsätze steigern, doch ihr Weltmarktanteil stagniert.
(Bild: Hübner)

Während die großen internationalen Autohersteller im Jahr 2018 einen Umsatzrückgang hinnehmen mussten, waren die größten Zulieferer weiter im Aufwind. Im vergangenen Jahr stieg ihr Umsatz laut einer Studie der Unternehmensberatung Strategy& (gesprochen Strategy and) um drei Prozent auf 922 Milliarden Euro. Die deutschen Automobilzulieferer konnten ihre Umsätze in diesem Zeitraum von 221 Milliarden Euro auf 225 Milliarden Euro steigern. Dennoch stagniert ihr Weltmarktanteil seit 2015 bei 24 Prozent. Die asiatischen Unternehmen insgesamt kamen zuletzt auf 41 Prozent Weltmarktanteil, die restlichen Europäer auf 18 und die USA auf 17 Prozent.

Zulieferer aus Asien holen auf

„Strategische Fusionen und Aufkäufe, wie sie aktuell zum Beispiel im Bereich des Antriebsstrangs oder in der Reifeindustrie zu beobachten sind, zeigen klar, dass der Markt nach Kostenführerschaft und Skaleneffekten verlangt“, kommentiert Henning Rennert, Studienautor und Partner bei Strategy& Deutschland. Die Studie stellt weiterhin fest, dass die deutschen Zulieferer erst spät mit der Anpassung ihrer Kostenstrukturen begonnen haben – obwohl die EBIT-Margen international bereits unter Druck geraten seien.

Vor allem eine Technologie-Offensive aus Asien bedrohe zunehmend das deutsche Geschäftsmodell der Innovationsführerschaft: Getrieben vor allem durch den dynamischen chinesischen Markt konnten asiatische Zulieferer ihre F&E-Quote zuletzt steigern (3,6 %, 2017 auf 4,2 %, 2018). Zum Vergleich: Der deutsche Durchschnitt liegt bei knapp sechs Prozent des Umsatzes (2018).

Top-15 der Zulieferer in der DACH-Region

Rang Unternehmen Umsatz 2018 in Mrd. Euro Umsatzanteil Automotive EBIT-Marge 2018 in %
1 Robert Bosch 79 61 7,2
2 Continental 44 94 9,1
3 ZF Friedrichshafen 37 92 3,8
4 Schaeffler 14 76 9,5
5 Mahle 13 100 6,3
6 TE Connectivity 12 44 16,7
7 Benteler 8 76 1,3
8 Hella 7 94 10,8
9 Brose 6 99 k. A.
10 Leoni 5 83 2,4
11 Eberspächer 5 100 2,2
12 Dräxlmaier 5 100 k. A.
13 Mann + Hummel 4 96 2,4
14 Webasto 3 100 5,9
15 Rheinmetall Automotive 3 100 9,0

Methodik der Studie

Für die Studie wurden eigenen Angaben zufolge 84 internationale Top-Zuliefererunternehmen untersucht. In die Analyse flossen die Finanzkennzahlen (Bilanzkennzahlen, GuV-Kennzahlen und weitere Kennzahlen wie die F&E-Quote) der Zulieferer ebenso wie M&A-Daten ein. Der Betrachtungszeitraum der Studie umfasst die Jahre 2010 bis 2018 mit Fokus auf 2015 bis 2018.

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