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Sicherheit

US-Verbraucherschutz entwickelt anspruchsvolleren Seitencrash-Test

| Autor/ Redakteur: Sven Prawitz / Maximiliane Reichhardt

Das Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) will seinen Seitencrash-Test überarbeiten. Ab dem Jahr 2020 soll der Energieeintrag in die Fahrzeugkarosserie um über 80 Prozent höher sein.

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Das Insurance Institute for Highway Safety überarbeitet seinen Seitencrash-Test. Die Anforderungen an die Crashmanagementsysteme werden damit deutlich steigen.
Das Insurance Institute for Highway Safety überarbeitet seinen Seitencrash-Test. Die Anforderungen an die Crashmanagementsysteme werden damit deutlich steigen.
(Bild: Insurance Institute for Highway Safety)

Das Insurance Institute for Highway Safety hat in den USA im Jahr 2003 einen Seitencrash-Test für Pkws eingeführt. Nach Aussage des Institutes erzielen die getesteten Fahrzeuge mittlerweile so gute Ergebnisse, dass sie für den Verbraucher kein Vergleichskriterium mehr sind. Ein neuer, deutlich anspruchsvollerer Seitencrash-Test soll künftig wieder unterschiedliche Werte liefern.

Ab dem Jahr 2020 soll die Aufprallgeschwindigkeit und die Masse der mobilen Barriere erhöht werden. Bisher wird mit einer beweglichen Masse von 3.300 Pfund (1.500 kg) geprüft – vor 15 Jahren entsprach das laut IIHS noch dem Gewicht vieler SUVs. Da die Ingenieure des Instituts vor allem den Seitenaufprall durch die Stadtgeländewagen und Pick-ups im Blick haben – und diese in den vergangenen Jahren schwerer wurden – soll sich das Barrierengewicht auf 4.200 Pfund erhöhen: das sind 1.900 Kilogramm.

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Deutlich höhere Crash-Energie

Die Aufprallgeschwindigkeit soll zugleich von heute 31 Meilen pro Stunde auf 37 Meilen steigen (von 50 km/h auf fast 60 km/h). „Zusammen mit der Gewichtszunahme hat die modifizierte Testkonfiguration 82 Prozent mehr Energie als unser aktueller Seitenbewertungstest“, sagt IIHS Research Engineer Becky Mueller.

Außerdem sollen die neuen Barrieren künftig realistischere Crashtests ermöglichen: Beim aktuellen Test hebt sich die Karosserie auf der Fahrerseite durch den Aufprall der mobilen Barriere an (siehe Bildergalerie). Das IIHS hat in eigenen Studien ermittelt, dass SUVs bei einem Aufprall beispielsweise auf eine Limousine, deren Karosserie nach unten drücken. Hierfür arbeiten die IIHS-Ingenieure nun an einer veränderten Wabenstruktur des Crashblocks. Eine veränderte Wabenform und Steifigkeit sollen helfen, aktuelle SUV- und Pick-up-Modelle realistischer abbilden zu können. „Unser Ziel ist es, eine Barriere zu schaffen, die die gleiche Art von Schaden verursacht wie ein typischer, moderner SUV oder Pick-up bei einem 37 mph Crash“, sagt Mueller

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Die Safety Week ist die Plattform für das gesamte Spektrum der Fahrzeugsicherheit. Ebenso thematisiert sie die Technologien und Produkte, die in der Entwicklung eingesetzt werden. Auch 2020 wird die IIHS wieder durch Vorträge und Teilnehmer auf der Safety Week vertreten sein.
Das Fachmagazin »Automobil Industrie« ist Medienpartner der Safety Week.

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 Sven Prawitz

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Technikjournalist