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Wirtschaft Volvo versus BMW: Der OEM-Vergleich

| Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Michael Ziegler

Volvo sieht sich seit langem als Pendant von BMW und scheitert am ehemals selbstgesteckten Ziel, die Münchner beim Pkw-Verkauf einzuholen. Mit der ersten im Herbst anlaufenden Autofabrik in China will Volvo erstarken.

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„Volvo-Modelle werden immer Nischenprodukte mit speziellen Kunden und speziellen Eigenschaften sein“, erklärte der neue Chef des schwedischen Herstellers Håkan Samuelsson. Um langfristig überleben zu können, muss Volvo jedoch im Volumen wachsen, um auf den Konkurrenten und Klassenprimus BMW aufschließen zu können.
„Volvo-Modelle werden immer Nischenprodukte mit speziellen Kunden und speziellen Eigenschaften sein“, erklärte der neue Chef des schwedischen Herstellers Håkan Samuelsson. Um langfristig überleben zu können, muss Volvo jedoch im Volumen wachsen, um auf den Konkurrenten und Klassenprimus BMW aufschließen zu können.
(Foto: Volvo)

Die Schweden verkauften im letzten Jahr weltweit nur 422.000 Pkw (minus 6,1 Prozent), dagegen ließen sich BMW-Kunden allein 450.000 SUV (plus 15,3 Prozent) ausliefern. Die Schweden verstehen das Design von Volvo als „skandinavisch, clean und modern“, doch damit erreichen sie wenig Käufer. Ihr Visavis, BMW, ist mit sportlich, eleganten Autos an die Spitze der Premiumhersteller gefahren – Volvo fährt weit hinterher.

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Am heutigen Design der Skandinavier liegt es nicht. Längst vorbei sind die Zeiten der nüchternen Kastenform des Volvo 240 (1974 bis 1993), dem ein englischer Autojournalist einst attestierte: „Looks like a tank, runs like a tank, is a tank!“. Aktuelle Volvo-Modelle wirken markant und cool. Vielleicht liegt darin aber eine Schwäche. Denn wer in einem Volvo sitzt, spürt eher das nüchterne Ambiente eines Großraumbüros, als das gediegene eines Clubraums, wie in einem BMW. Und im Club hält man sich lieber auf als im Office.

Trotz schwedischer Innovationskraft fährt BMW vor

Technisch ist Volvo Spitze. In vielen Bereichen ein Innovator. Volvo startete auf dem Genfer Salon (7. bis 17. März) mit den facegelifteten wie ausstattungserweiterten Pkw der „60er-Familie", dem S80, V70, XC70 sowie dem schicken Kompaktwagen V40 vom vergangenen Jahr in den Autofrühling und hofft auf mehr Verkäufe. Aber ob in Technologie oder Komfort, BMW fährt voran. Die Münchner schnüren seit langem den Kunden Design-Technik-Pakete, die ihnen außerordentlich gut gefallen, sonst würde BMW letztjährig nicht mit weltweit um 11,6 Prozent auf 1,54 Millionen ausgelieferten Premiumfahrzeugen vor Audi und Mercedes glänzen.

Volvo muss aufholen

Volvo hat also gewaltig aufzuholen – wenn es noch gewünscht wird. Denn laut Håkan Samuelsson, dem neuen Chef der Schweden, werden Volvo-Modelle „immer Nischenprodukte mit speziellen Kunden und speziellen Eigenschaften sein. Es ist falsch und vermessen, deutsche Premiummarken wie Audi, BMW und Mercedes hinsichtlich der Technik erfolgreich kopieren zu wollen.“

Ist das Understatement von Samuelsson oder Realität. Was bedeutet das vergleichsweise bei Volvo S60 D4 und BMW 320d? – Beide Mittelklasselimousinen haben ein unverwechselbares, charakteristisches Design. Beide wirken sportlich, der BMW zusätzlich elegant. Der Volvo markant durch die markentypische Heckleuchten-Gestaltung und die Betonung des chromglänzenden, breiten Auspuffbereichs mit zwei auseinander liegenden Endrohren.

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