Automatisiertes Fahren

VW beendet Kooperation mit Start-up Aurora

| Autor: Sven Prawitz

Herbert Diess präsentiert den ID Roomzz in Schanghai. Der VW-Chef stellt die Entwicklung selbstfahrender Systeme neu auf.
Herbert Diess präsentiert den ID Roomzz in Schanghai. Der VW-Chef stellt die Entwicklung selbstfahrender Systeme neu auf. (Bild: Volkswagen)

Herbert Diess will mehr Kontrolle über die Entwicklungen zum automatisierten Fahren. So lassen sich die jüngsten Entwicklungen erklären. Die Zusammenarbeit mit Aurora ist Geschichte, wie auch die Karriere eines aufstrebenden Managers bei VW.

Volkswagen und das Start-up Aurora arbeiten nicht mehr zusammen an Systemen zum automatisierten Fahren. Das berichtete die Financial Times gestern (11. Juni). Der Grund ist wohl ein Wechsel der Strategie bei Volkswagen: Nun soll der Weg frei sein für eine Kooperation mit der Ford-Tochter Argo AI, meldet die Wirtschaftszeitung weiter. Der amerikanische Automobilhersteller hat das Start-up im Jahr 2017 übernommen, mit dem Ziel eine Software-Plattform für automatisierte Fahrzeuge zu entwickeln.

Die Financial Times zitiert einen VW-Sprecher, dass demnach „die Aktivitäten unter unseren Partnern in Bezug auf Aurora abgeschlossen“ sind. Unterdessen kämen die Gespräche mit Ford „sehr gut voran“. Ein Abkommen zwischen VW und Argo AI wird bis zum Sommer erwartet. Volkswagen baut damit seine Zusammenarbeit mit Ford aus.

Johann Jungwirth verlässt VW

Initiator und Treiber der Zusammenarbeit mit Aurora war seinerzeit Johann Jungwirth gewesen. Der ehemalige Top-Manager hat unter Herbert Diess an Rückhalt verloren und wechselte vor einiger Zeit von Wolfsburg zurück ins Silicon Valley. Wie die Welt am Sonntag berichtete, soll Jungwirth Anfang Juni Volkswagen verlassen haben. Die Financial Times schätzt die angestrebte Kooperation als sinnvoller ein und beruft sich dabei auf Personen, die mit diesem Thema vertraut seien. Die Argo-AI-Technik erlaube es den VW-Entwicklern, die Hoheit über Hard- und Software zu behalten. Die Entscheidung soll jedoch innerhalb des VW-Konzerns nicht unumstritten sein.

Neue Kooperation mit Fiat Chrysler

Aurora lobt unterdessen die Zusammenarbeit mit VW und verkündete eine neue Partnerschaft mit einem OEM. Gemeinsam mit Fiat Chrysler möchte das Software-Unternehmen Systeme für selbstfahrende Nutzfahrzeuge entwickeln. Der Anwendungsbereich des eigenen Produkts „Aurora Driver“ soll damit auf die Logistik ausgeweitet werden. Aurora kooperiert unter anderem noch mit Hyundai und Byton.

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Über Aurora

Das US-Unternehmen Aurora mit Sitz in Palo Alto (Kalifornien) und Pittsburgh (Pennsylvania) entwickelt Systeme zum automatisierten Fahren und geht Partnerschaften mit Automobilunternehmen ein, um diese in dessen Fahrzeugen zu integrieren. Die Gründer des Start-ups arbeiteten zuvor in den verschiedenen Projekten zum automatisierten Fahren bei Alphabet bzw. Waymo, Tesla und Uber.

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