Elektromobilität

VW: Letzte Verbrenner-Plattform kommt 2026

| Autor: Svenja Gelowicz

Im Jahr 2026 will Volkswagen die letzten Modelle auf einer Plattform nur für Verbrennungsmotoren anbieten – bis 2050 sollen alle Modelle des Konzerns CO2-neutral sein.
Im Jahr 2026 will Volkswagen die letzten Modelle auf einer Plattform nur für Verbrennungsmotoren anbieten – bis 2050 sollen alle Modelle des Konzerns CO2-neutral sein. (Bild: Svenja Gelowicz/Automobil Industrie)

Der VW-Konzern will im Jahr 2026 die letzten Fahrzeuge auf einer Plattform für Verbrennungsmotoren herstellen. VW-Chefstratege Michael Jost sprach über die Neuausrichtung von Volkswagen in puncto Antrieb auf dem „Autogipfel“ in Wolfsburg.

Zwei große Herausforderungen sind es, die Volkswagen zu einer Transformation des „Supertankers“ zwingen. Diesen Vergleich eines Riesenschiffs bemüht der Chefstratege Michael Jost gerne, wenn er auf dem „Autogipfel“ der Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ über die Neuausrichtung des Wolfsburger Konzerns spricht. Elektromobilität und Digitalisierung heißen die großen Themen, und in puncto Antrieb hat Jost erst mal eine Entschuldigung parat: „Es tut uns wirklich Leid, dass wir den Diesel verwundet haben.“

Der Planet würde dennoch nicht an NOx scheitern, sondern wohl an CO2. Mehrmals betont der Volkswagen-Stratege, dass sich sein Unternehmen zum Pariser Klimaabkommen bekenne. Und er sagt auch: „Unsere E-Autos sind keine Verzichtautos, sondern stehen für Spaß und Mehrwert.“ Und insgesamt müsse Volkswagen nun Lösungen finden, die faktisch und nicht nur auf dem Papier funktionieren.

VW-Chefstratege Michael Jost beim Autogipfel in Wolfsburg.
VW-Chefstratege Michael Jost beim Autogipfel in Wolfsburg. (Bild: Svenja Gelowicz/Automobil Industrie)

Bis 2050 CO2-neutrale Fahrzeuge

Was heißt das konkret für den Wolfsburger Autoriesen? Bis zum Jahr 2050 will Volkswagen nur noch CO2-neutrale Fahrzeuge auf der Straße haben. Deshalb markiere das Jahr 2040 das erste Stoppschild für den Verkauf von Modellen mit Diesel- oder Benzinmotoren. Die letzten neuen Verbrenner dürften daher Anfang 2030 auf den Markt rollen.

Die Plattform werde sieben Jahre vorher gesetzt, also soll es im Jahr 2026 die letzte Plattform geben, die keine CO2-neutralen Fahrzeuge unterstützt. „Faktisch arbeiten die Kollegen an der letzten reinen Verbrenner-Plattform“, sagt Michael Jost. Was das letztendlich für Hybridmodelle bedeutet, darüber spricht er nicht.

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Grüne Mobilität ist Volkswagens Geschäftsmodell

Grüne Mobilität sei „nichts, was man eben auch mache“, sondern nicht weniger als VWs neues Geschäftsmodell. 2020 soll eine Modelloffensive aus dem Konzern die „Welt elektrifizieren“. Der I.D. Neo, der 2020 auf die Straße rollen wird, soll das erste Fahrzeug sein, das CO2-neutral an den Kunden übergeben wird. Eine Lösung, um das Klimagas zu kompensieren, sollen ganz einfach Bäume sein. Durch Waldschutzprojekte sollen Autos CO2-neutral werden, und das soll laut Jost kein „Greenwashing“ sein: „Man muss nur genug in Bäume investieren.“

Manche Antriebe seien in der Gesamtbetrachtung „nicht optimal“, und deshalb bekräftigt Jost auch, dass VW nicht mehr jede Nische besetzen will. Jost: „WLTP hat uns gezeigt: Wir haben uns verzettelt“.

Volkswagen-Markenchef Brandstätter: „Digitalisierung ist eine offene Flanke“

Ein weiterer Fokus von Volkswagen liegt auf dem Thema Digital. „Wir hatten früher keinen Kontakt zu unserem Kunden, denn wir waren eine auto-zentrierte Firma“, sagt Jost. Der Kunde stünde nun im Zentrum, um ihn dreht sich das Geschäft. „Das haben uns andere Branchen vorgemacht“, sagt Michael Jost, und er ergänzt: „Wir sind nicht immer die ersten, aber wenn wir etwas machen, dann richtig.“

Schritt für Schritt will VW eine eigene Softwarekompetenz aufbauen. Diese Transformation beschreibt Jost als „sehr große Herausforderung.“ Auch für den VW-Markenchef Ralf Brandstätter ist die Digitalisierung noch „eine offene Flanke“. Tech-Riesen aus den USA und China greifen an dieser Stelle stark die deutsche Autoindustrie an. Kooperationen seien dafür von großer Bedeutung, auch mit den Zulieferern. „Wir sind mehr denn je eine Schicksalsgemeinschaft“, sagte Brandstätter am Vorabend des Handelsblatt-Events „Autogipfel“.

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