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Wirtschaft Zukunftsforschung aus Österreich

| Autor / Redakteur: Christian Otto / Christian Otto

Wer mit österreichischen Unternehmen zusammenarbeitet, hat kompetente Partner. Ein Schwerpunkt der Zulieferer und Dienstleister ist die Antriebstechnik von morgen.

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Gütesiegel „Made in Austria“: Österreichische Unternehmen bieten Spitzentechnologie für die weltweite Automobilindustrie
Gütesiegel „Made in Austria“: Österreichische Unternehmen bieten Spitzentechnologie für die weltweite Automobilindustrie
(Fotolia)

Die Wiener Oper im Morgenlicht und ein Stück Sachertorte dürfen nicht fehlen. Doch Österreich punktet nicht nur mit kulinarischen oder kulturellen Highlights, sondern auch mit dem umfangreichen Know-how seiner Zulieferer, Auftragsfertiger und Dienstleister. Am Standort Wien entsteht Spitzentechnologie eher im Verborgenen. Die Niederlassung der Robert Bosch AG liegt in einem unscheinbaren Gewerbegebiet im 11. Bezirk und damit weit entfernt von Kaffeehäusern und diplomatischen Vertretungen. Sie ist eine von drei Standorten in Österreich und entwickelt Motorsteuergeräte für Diesel- und Benzinmotoren. Zudem koordiniert sie weltweit die Software- und Funktionsentwicklung für die Steuerungselektronik elektrischer Antriebe, Hybridantriebe und Range Extender. An der Spitze der österreichischen Bosch-Gruppe steht mit Klaus Huttelmeier ein Deutscher. Der Vorteil des Standortes Österreich liegt laut Huttelmeier insbesondere in der guten Ausbildung der Ingenieure sowie der beruflich ausgebildeten Fachkräfte. Er lobt zudem die strategischen Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Wissenschaft: „Selten habe ich so eine Planung erlebt. Hier wird nicht nur geredet. Hier werden Projekte konkret zwischen Universitäten und Unternehmen umgesetzt.“

TTTech: Erfolg und Understatement

Ein Unternehmen, das aus dem so gelobten universitären Umfeld entstand, ist TTTech. Wenn auch zentral in Wien gelegen, bleibt der Auftritt doch dezent für eine Firma, die den Umsatz in den letzten zwei Jahren durchschnittlich um 30 Prozent auf rund 29,3 Millionen Euro im vergangenen Jahr steigern konnte. Dazu verhalf vor allem das Automobilgeschäft: TTTech fertigt Steuergeräteplattformen und Software. Diese steuern und überwachen Elektro- und Hybridantriebe sowie Fahrdynamik- und Fahrerassistenzsysteme. Einer ihrer wichtigsten Kunden ist Audi. Die Arbeit für den deutschen OEM basiert auch auf einer wirtschaftlichen Verbindung: Seit 2006 halten die Ingolstädter fast 25 Prozent der Anteile von TTTech. Doch Stefan Poledna, Gründer der TTTech Computertechnik AG betont, dass jeder Kunde die gleiche Aufmerksamkeit genieße. Mögliche Probleme dabei Projekte strikt voneinander zu trennen, schließt er aus: „Für jeden Kunden ist es wichtig, dass die Vertraulichkeit gewahrt bleibt. Das gewährleisten wir.“

Wichtiger Standort Graz

Wenn es um die österreichische Automobilindustrie geht, darf Graz nicht fehlen – steht es doch für Namen wie Magna und AVL List. Weniger bekannt ist die Ventrex Automotive GmbH. Von ihrer futuristisch designten Zentrale aus plant die Firma ein Umsatzziel von 50 Millionen Euro für das Jahr 2013. Das größte Wachstumspotenzial haben laut Bernhard Kiener, dem Leiter von Verkauf und Geschäftsentwicklung, Ventile für erdgasbetriebene Fahrzeuge. Zwar ist deren Anteil am Automarkt in Westeuropa gering. Doch Kiener sieht deutliche Potenziale und prognostiziert: „Wenn das Wachstum kommt, haben wir eine gute Ausgangsposition.“ Zu diesem Ziel passt die Übernahme des Geschäftsfeldes Erdgas-Hochdruckkomponenten von Bosch. Als größten Kunden konnte Ventrex den VW-Konzern gewinnen, der insbesondere für die in diesem Jahr kommenden Modelle wie den Golf 7 stärker auf Erdgas setzt. Deshalb will Ventrex auch die Stückzahl von derzeit 35.000 auf jährlich 200.000 Ventile im Jahr 2016 erhöhen und die Produktionsanlagen am Standort Graz erweitern.

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