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Fahrbericht

Der Audi A7 – ein meist sanfter Riese

| Autor/ Redakteur: Christoph Seyerlein / Jens Scheiner

Der Audi A7 ist ein Hingucker, hat es in Zeiten des SUV-Booms aber zunehmend schwer. Dabei hat die Limousine viel zu bieten – zumindest, wenn das nötige Kleingeld bei der Kundschaft vorhanden ist.

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Der Luxus hat seinen stattlichen Preis: 103.310,03 Euro veranschlagt Audi für den A7.
Der Luxus hat seinen stattlichen Preis: 103.310,03 Euro veranschlagt Audi für den A7.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Limousinen haben es in Zeiten des SUV-Booms zunehmend schwer. Das bekommt auch der Audi A7 zu spüren. Von ihm und seinen Sportablegern S7 und RS7 haben die Ingolstädter in diesem Jahr (Stand: Ende August) hierzulande 2.471 Einheiten neu zugelassen – und damit ein Drittel weniger als zum selben Zeitpunkt 2018.

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Dabei weiß die jüngste Generation des A7 gleich mehrfach zu gefallen: Das Design ist ansprechend (zumindest aus Sicht des Autors) und auch im Innenraum fühlt man sich ziemlich schnell geborgen. An Audis Verarbeitungsqualität gibt es wie gewohnt kaum etwas auszusetzen. Einzig wer kein Freund des Touchscreens ist, würde am ziemlich durchdigitalisierten Cockpit unseres Testwagens wenig Freude haben.

Audi A7: Ein leiser Verbrenner

Jenes Klientel sollte lieber die Fahreigenschaften des A7 auf sich wirken lassen. Denn auch auf dem Feld hat der Audi viel zu bieten: Ausgestattet mit einem 3-Liter-V6-Benziner mit 250 kW/340 PS ist genügend Power vorhanden, um den knapp 1,9 Tonnen schweren Kreuzer jederzeit bei Bedarf zügig zu bewegen. Noch mehr zu gefallen weiß das Fahrzeug aber als äußerst komfortabler Gleiter.

Der Motor verrichtet sein Werk im Zusammenspiel mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe dabei derart ruhig und unaufgeregt, dass man beinahe vergessen könnte, es hier mit einem Verbrenner zu tun zu haben. Dazu trägt selbstredend auch bei, dass es Audi generell gelungen ist, Außengeräusche aus dem Inneren praktisch komplett fernzuhalten.

Unter Beweis gestellt haben die Audi-Ingenieure im A7 auch einmal mehr ihr Faible für Licht: Die im Testwagen verbauten HD Matrix-LED-Scheinwerfer mit Laserlicht machten die Nacht beinahe zum Tag – und blendeten dabei zuverlässig den Gegenverkehr automatisch aus. Das ist nicht neu, aber immer wieder wohltuend, wenn es wie im A7 perfekt funktioniert.

Großer Komfort, akzeptabler Verbrauch, derber Preis

Umfassend beschreiben lässt sich der Audi A7 wohl als sanfter Riese. Mit seiner Länge von fast fünf Metern fällt es heutzutage gerade im städtischen Umfeld gelegentlich schon einmal schwer, Parklücken zu finden, die überhaupt lang genug sind.

Dank seiner Proportionen kann das Auto aber auf allen Plätzen mit viel Komfort punkten. Und auch der geräumige Kofferraum ist ein Pluspunkt. Aus der Reihe fiel auch nicht der Verbrauch – zumindest nicht allzu sehr: Die vom Hersteller angegebenen 6,9 Liter pro 100 Kilometer waren wenig überraschend nicht zu halten. Mit gut acht Litern zeigte sich der A7 aber immerhin nicht unverschämt durstig.

Einen Grund, tief zu schlucken, gab es dann aber doch noch: Die vielen netten Ausstattungsextras wie etwa Massagesitze vorne oder das bereits erwähnte Scheinwerfersystem lässt sich Audi fürstlich entlohnen. Liegt der Grundpreis des Audi A7 Sportback 55 TFSI quattro S tronic schon bei stattlichen 68.650,01 Euro, veranschlagten die Ingolstädter für den bis unter's Dach aufgepäppelten Testwagen satte 103.310,03 Euro. Auch beim Preis ist das Audi also ein Riese – in dem Fall allerdings kein sanfter.

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