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Motorentrends

Halber Hubraum-Liter wird zum Standard

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Standardisierte Teile senken Entwicklungs- und Einkaufskosten

Natürlich werden in der Praxis nicht einzelne Basiszylinder zu einem größeren Gesamtmotor verschraubt oder verschweißt. Doch dass man sich für einen Großteil der aktuellen Motoren und auch noch kommender Aggregate – im Endeffekt sollen es fast 100 Prozent sein – auf diese Basis verständigt hat, das ist nicht zuletzt bares Geld wert. Es müssen nicht mehr für jeden Motor alle Elemente von Grund auf neu konstruiert werden. Vielmehr kann man auf standardisierte Teile zurückgreife, was die Entwicklungs- und auch die Einkaufskosten senkt.

Dass auf diese Weise ausgerechnet der so lange ignorierte Dreizylinder zurückkehrt, hängt allerdings nur teilweise mit der Gleichteilstrategie zusammen: Im Vergleich mit einem Vierzylinder wiegt ein Dreizylinder weniger, er ist kompakter und der Verbrauch ist geringer, weil sich weniger Teile darin bewegen. Den bisherigen K.O.-Kriterien des Dreiers, wie schlechte Laufkultur und deutliche Geräuschentwicklung, begegnet man mit aktueller Technologie.

Und zwar nicht nur bei BMW. Bei Volvo sieht die Sache sehr ähnlich aus – und gleichzeitig sehr unterschiedlich. Die Schweden haben mit Drive E eine komplett neue Motorenfamilie vorgestellt, die sich durch mehrere Merkmale auszeichnet. Zum einen sind die Motoren grundsätzlich auch auf eine künftige Elektrifizierung der Fahrzeuge ausgelegt. Die Diesel arbeiten zudem mit dem neuartigen Einspritzsystem i-ART, bei dem jedes Einspritzventil über einen eigenen Sensor verfügt, der jederzeit Einspritzmenge und -zeitpunkt anpasst.

2,0-Liter-Vierzylinder machen den Großteil aus

Vor allem aber handelt es sich bei den Benzinern ebenso wie beim Diesel um Vierzylinder mit 2,0 Litern Hubraum. Was wie bei BMW bedeutet, dass jeder einzelne Zylinder einen Hubraum von 0,5 Liter beziehungsweise 500 Kubikzentimetern hat. Die Leistungsspanne vom kleinsten Diesel mit 120 PS bis zum stärksten Benziner mit mehr als 300 PS ist vor allem auf die jeweils angepasste Auslegung der Turbolader zurückzuführen.

Anders als BMW plant Volvo jedoch nicht mehr mit höheren Zylinderzahlen. Sechs- oder gar Achtzylinder-Motoren wird es hier laut Volvo-Mann Michael Schweitzer künftig nicht mehr geben. „Ein Dreizylinder mit 1,5 Liter Hubraum wird dagegen in Zukunft sehr wohl kommen“, so Schweitzer. Also ein weiterer Motor der sich aus Zylindern mit jeweils 500 Kubikzentimetern zusammensetzt.

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