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Motorentrends

Halber Hubraum-Liter wird zum Standard

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Thermodynamisches Optimum

Was zu der Frage führt, was es mit dieser eierlegenden Motorwollmilchsau in Form des halben Liters denn nun auf sich hat. Ingenieure sprechen bei den 500 Kubikzentimetern gerne vom „thermodynamischen Optimum“, wichtig für den Wirkungsgrad eines Motors sei das Verhältnis zwischen Zylindervolumen und -Oberfläche, und das stimme hier einfach am besten.

Manfred Poschenrieder von BMW erklärt es so: Beim Spagat zwischen Senkung des CO2-Ausstoßes und dem Wunsch nach der Beibehaltung der Leistung habe man eben die 0,5 Liter als „Optimum zwischen Verbrauch, Agilität und Schwingungsverhalten bewertet“. Ein geringerer Einzelhubraum hätte die Agilität verbessert, jedoch das Schwingungsverhalten schlechter ausfallen lassen. „Ebenso steigt durch die größere spezifische Reibungsfläche der Verbrauch an.“ Ein höherer Einzelhubraum wiederum hätte sich negativ auf die Agilität des Motors ausgewirkt.

Der Diesotto

Auch andere Hersteller setzten oder werden künftig auf den halben Liter setzen – doch nicht bei allen steht dieses Thema so im Vordergrund. Mazda zum Beispiel ist unter anderem bekannt für Motoren mit zwei Litern Hubraum und vier Zylindern, woran sich wohl auch nichts ändern wird. Die Japaner beschäftigen sich allerdings in Hinblick auf den CO2-Ausstoß und geringeren Verbrauch derzeit vor allem mit einem ganz anderen Thema. Sie wollen bis 2018 etwas tatsächlich realisieren und in Serie produzieren, das bisher eher als Experiment in Prototypen zu sehen war: Ein Motor, der Vorzüge und Arbeitsweisen von Benziner und Diesel kombiniert – der Diesotto.

Die Technologie dahinter wird bei Mazda Homogenous Charge Compression Ignition (HCCI) genannt – also etwa homogene Kompressionszündung. Kernpunkt ist dabei der Verbrennungsprozess. Vereinfacht ausgedrückt setzt man darauf, dass im Benzinmotor der Kraftstoff wie bei einem Diesel durch Kompression verbrannt wird. Der Vorteil gegenüber der Zündung via Zündkerze ergebe sich aus der geringeren Verbrennungstemperatur, was unter anderem zu weniger Stickoxid und Ruß im Abgas führt. Zusätzlich werden bis zu 30 Prozent Verbrauchseinsparung erwartet. Wie sich die Technologie in der Praxis bewährt, das muss die Zukunft zeigen.

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