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Fahrbericht

Hyundai i30 N TCR: Kundensport-Knaller made in Germany

| Autor/ Redakteur: Max Friedhoff/SP-X / Sven Prawitz

Mit dem i30 N TCR bietet nun auch Hyundai einen Kundensport-Rennwagen für die weltweit florierende Tourenwagen-Klasse an. Wir klemmen uns hinter das Steuer des babyblauen Schreihalses.

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Der Hyundai i30 N TCR im Tracktest.
Der Hyundai i30 N TCR im Tracktest.
(Bild: Hyundai)

„Circuito Tazio Nuvolari“ steht auf einem kleinen Straßenschild, das mich verräterisch auf ein enges Sträßchen im Umland von Turin leitet. Irgendwo im Nirgendwo liegt der enge winklige Kurs, auf dem ich den neuesten Spross der Hyundai-Motorsport-Familie testen werde: den i30 N TCR.

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Die TCR-Kategorie ist in Rennsport-Kreisen längst keine Unbekannte mehr und mit über 600 verkauften Fahrzeugen seit dem Start im Jahr 2015 die am stärksten wachsende Kundensport-Klasse im weltweiten Motorsport. Nicht nur Hyundai hat mit dem i30 N einen TCR-Renner im Angebot, auch Seat (Leon), VW (Golf), Audi (RS 3), Opel (Astra), Peugeot (308) und Honda (Civic) verkaufen fleißig TCR-Rennfahrzeuge. Dazu kommen privat entwickelte TCR-Versionen von Alfa Romeo (Giulietta), Subaru (Impreza) und Ford (Focus). Einen großen Anteil am Erfolg der TCR-Klasse hat das clever aufgebaute weltweite Netz an nationalen, regionalen und interkontinentalen Meisterschaften, das seit diesem Jahr mit der „WTCR“-Weltmeisterschaft eine neue Spitzenserie erhalten hat.

Basis ist der i30 N

Zurück zum i30 N TCR: Wie alle TCR-Fahrzeuge basiert auch der Hyundai auf einem fünftürigen Kompakten (eine Ausnahme bildet die RS-3-Limousine von Audi) mit einem Zweiliter-Turbomotor sowie Vorderradantrieb und kostet rund 150.000 Euro. Neben dem im hessischen Alzenau beheimateten Team von Hyundai Motorsport war federführend auch das BRC-Team aus der Nähe von Turin an der Entwicklung des i30 N TCR beteiligt. An vorderster Front und seit dem ersten Tag involviert: Tourenwagenlegende und Ex-Formel-1-Fahrer Gabriele Tarquini. Zu den größten Erfolgen des italienischen Schlitzohrs mit dem schelmischen Grinsen zählen unter anderem ein Europameister- und ein Weltmeistertitel in der jeweils höchsten Tourenwagenklasse.

Auch heute ist Tarquini an der Rennstrecke dabei und weiht mich auf ein paar fliegenden Runden im „normalen“ i30 N in die Geheimnisse des schmalen Asphaltbands ein. Eine „relativ langsame“ Strecke sei der Circuito, und „ideal, um den i30 N TCR ordentlich auszuquetschen“, erzählt Tarquini, während er den Hyundai mit wimmernden Reifen um den Kurs scheucht. Fahrerwechsel: Tarquini setzt sich nicht auf den Beifahrersitz, Rennfahrer sind von Haus aus meist schlechte Co-Piloten. Schon der bei jedem Händler erhältliche i30 N macht auf dem Rundkurs eine gute Figur. Der Zweiliter-Turbomotor, der mit kleinen Änderungen auch im TCR zu finden ist, macht ordentlich Druck und dank des präzisen Sechsgang-Getriebes, das im Gegensatz zum TCR noch per Hand geschaltet wird, ist für jede Ecke die richtige Gangabstufung parat.

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