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Wirtschaft Mercedes-Benz gründet Geschäftseinheit für Antriebe

| Autor: Thomas Günnel

Antriebe effizienter entwickeln und produzieren: Mercedes-Benz hat dafür die Geschäftseinheit „Drive Systems“ gegründet.

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Die Geschäftsführer der neuen Einheit „Drive Systems“ Frank Deiß (l.), Chairman Mercedes-Benz Drive Systems; Torsten Eder (3. v.l.), Leiter Entwicklung Powertrain; Andreas Friedrich (r.), ab 1. August 2020 Leiter Entwicklung E-Drive, und Michael Häberle (2. v.l.), Betriebsratsvorsitzender Werk Untertürkheim, Forschung und Entwicklung Pkw.
Die Geschäftsführer der neuen Einheit „Drive Systems“ Frank Deiß (l.), Chairman Mercedes-Benz Drive Systems; Torsten Eder (3. v.l.), Leiter Entwicklung Powertrain; Andreas Friedrich (r.), ab 1. August 2020 Leiter Entwicklung E-Drive, und Michael Häberle (2. v.l.), Betriebsratsvorsitzender Werk Untertürkheim, Forschung und Entwicklung Pkw.
(Bild: Daimler)

Mercedes-Benz gründet eine neue Einheit für seine Antriebssysteme: „Die ‚Mercedes-Benz Drive Systems‘ vereint erstmalig alle Antriebssysteme und antriebsrelevanten Gewerke aus den Bereichen Entwicklung und Produktion unter einem Dach“, sagte Frank Deiß, der den neuen Bereich leiten wird. Als interner Systemlieferant verantworte die neue Einheit das gesamte Antriebsportfolio: Motoren und Getriebe, Batterien und elektrische Antriebe und die dazugehörige Hard- und Software.

Der Anspruch: „innovative, wettbewerbsfähige Antriebssysteme liefern und bei Technologie, Qualität und Kosten Maßstäbe setzen“. Vollmundige Ziele, die der Konzern auch strukturell stützt: An „Drive Systems“ sind alle relevanten Bereiche direkt angebunden; Einkauf, Logistik, Qualitätsmanagement oder die Produktionsplanung. Das soll vor allem für einheitliche Standards und Prozesse sorgen. Neben Frank Deiß sind in der Geschäftsführung der Einheit Torsten Eder, Leiter der Entwicklung Powertrain; und Andreas Friedrich, ab 1. August 2020 Leiter Entwicklung E-Drive.

Für die beteiligten Mitarbeiter ändert sich zumindest räumlich nichts, sie sind an den jeweiligen Standorten für die neue Geschäftseinheit tätig. Der Fokus liege klar auf Gewerken und Produkten, mittelfristig soll die Neugründung vor allem aber Geld sparen. Das gibt Daimler-Vorstand Ola Källenius vor: Das „Handelsblatt“ berichtete im Juli davon, dass Daimler alleine beim Personal zwei Milliarden Euro sparen will.

Neue Geschäftseinheiten für wichtige Themen

„Kompetenzen bündeln“ – diesen Schritt gehen einige Unternehmen. Volkswagen zum Beispiel hat seit Juli im Konzern eine eigene Organisation für Fahrzeugsoftware etabliert. Bis zum Jahr 2025 soll der Geschäftsbereich mit eigenem Budget und eigenen Mitarbeitern eine digitale Plattform für alle Konzernmarken und Märkte entwickeln und den Eigenanteil an der Software von heute zehn auf dann 60 Prozent steigern. Der Automobilzulieferer Bosch führt etwa 17.000 Mitarbeiter in der Geschäftseinheit „Cross-Domain Computing Solutions“ zusammen. Darin enthalten sei „alles, was mit Fahrzeugelektronik und -Software zu tun hat“.

Continental hat seine Antriebssparte unter dem Namen „Vitesco Technologies“ ausgegliedert, der Zulieferer Eaton gründete bereits vor zwei Jahren den Geschäftsbereich „E-Mobility“.

Batterieelektrisch und Hybrid

Daimler entwickelt seine Antriebe derzeit noch „technologieoffen“, investiert also in Verbrennungsmotoren, die 48-Volt-Technik, Plug-in-Hybride und rein elektrische Fahrzeuge. Bis zum Jahresende will der Automobilhersteller fünf batterieelektrische Pkws und 20 Plug-in-Hybrid-Varianten auf den Markt bringen.

Plug-in Hybride des Herstellers gibt es in allen Modellreihen; mit elektrischen Reichweiten von bis zu 100 Kilometern. Weitere batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge sind geplant, bereits erhältlich sind der EQC, Smart EQ Fortwo und Smart EQ Fourfour und der EQV 300. Mit dem EQS will der Hersteller ein batterieelektrisches Modell im Kompaktsegment anbieten.

Die Entwicklung von Brennstoffzellen-Pkw hat Mercedes-Benz im April dieses Jahres gestoppt. Stattdessen entwickelt Daimlers Nutzfahrzeugsparte gemeinsam mit der von Volvo Brennstoffzellensysteme für Nutzfahrzeuge.

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Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE