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Eng, aber knackig
Drin wären wir also. Der Scimitar liegt an wie der viel zitierte knapp geschnittene Tanga einer Strand-Schönheit: Eng, aber knackig. Ein Problem ergibt sich lediglich für all jene, die auf (zu) großem Fuße leben. Ab Schuhgröße 42 kann es schon mal passieren, dass bei den eng beieinander liegenden Pedalen zwei zeitgleich getreten werden. Hier ist Gefühl angesagt. Ansonsten gibt sich der Scimitar in der Bedienung ohne große Tücken und wenig martialisch. Auch wenn sein Name, der ein orientalisches Krummschwert bezeichnet, anderes vermuten lässt. Die Sitzposition ist zwar niedrig, aber bequem, der Schalthebel des Fünf-Gang-Getriebes liegt gut zur Hand und erfreut mit kurzen Wegen. Neben der Schaltung funktionieren auch die Bremsen einwandfrei, sie haben im wahrsten Sinne des Wortes leichtes Spiel mit weniger als einer Tonne Gewicht. Die Lenkung arbeitet präzise und mit geringem Kraftaufwand.
Schalter und Knöpfe von Austin Rover
Aufgeräumt und klar, aber schmucklos präsentiert sich das Cockpit mit Anzeigen, Schaltern und Knöpfen aus dem Programm von Austin Rover. Plastic all over, preiswert und pflegeleicht, aber unbestreitbar ohne den Charme früherer Armaturenbretter, die Dank reichlicher Verwendung von Echtholz ihren Namen noch verdienten. Eine schöne altenglische Uhrensammlung hätte sich hier sicher besser gemacht. Immerhin, der Scimitar verfügt sogar über einen Schalter für die heizbare Heckscheibe, die zwar nicht im Faltverdeck, aber beim gegen Aufpreis lieferbaren Hardtop auch bei Minusgraden für freie Sicht nach hinten sorgt. Steigen die Temperaturen an, freut man sich über das leicht zu öffnende Verdeck. Denn der Hecktriebler entwickelt am Kardantunnel eine solche Wärme, dass man für frische und kühlende Luft recht dankbar ist.
Klassisches Verdeck
Auch ohne Vorkenntnisse gelingt es selbst technisch unbedarften Zeitgenossen, den schnittigen Briten in weniger als fünf Minuten „oben ohne“ auf den Parkplatz zu stellen. Rechts und links hinter dem Windschutzscheiben-Rahmen werden zwei Druckknöpfe geöffnet, oben am Rahmen zwei Knebel-Verschlüsse gelöst – fertig. Das klappt kinderleicht, ohne Fluchen oder eingerissene Fingernägel. Lediglich die Fummelei mit der Persenning und ihren widerspenstigen Druckknöpfen gestaltet sich etwas mühselig. Ansonsten kann das nach klassischer Machart gestrickte Verdeck durchaus überzeugen. Ebenso schnell wie es geöffnet wurde, lässt es sich auch wieder schließen und schützt dann selbst bei höherer Geschwindigkeit recht wirkungsvoll vor Wolkenbrüchen. Obwohl außerhalb geschlossener Ortschaften das Tempo meist ausreicht, um den Fahrtwind das feuchte Nass über den Wagen hinweg drücken zu lassen.
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