Wirtschaft VDA-Umfrage: Automobilzulieferer erwarten jahrelanges Tief

Autor Svenja Gelowicz

Niedrige Auslastung, zunehmende Verlagerung ins Ausland: Eine aktuelle Umfrage unter Zulieferern zeichnet ein düsteres Bild. Der Staat muss länger helfen, fordert VDA-Chefin Müller.

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Einer Zuliefererumfrage des Branchenverbands VDA zufolge planen sechs von zehn Unternehmen Maßnahmen zum Personalabbau wegen der Coronakrise.
Einer Zuliefererumfrage des Branchenverbands VDA zufolge planen sechs von zehn Unternehmen Maßnahmen zum Personalabbau wegen der Coronakrise.
(Bild: Benteler)

Jeder zweite Automobilzulieferer erwartet im Jahr 2022 ein Niveau wie vor der Krise, jeder zehnte rechnet damit erst im Jahr 2023. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage des Branchenverbands VDA unter Zulieferern. Sechs von zehn Zulieferer-Unternehmen planen demnach Maßnahmen zum Personalabbau wegen der Coronakrise. Rund die Hälfte dieser Unternehmen will fünf bis zehn Prozent der Stellen abbauen. Etwa ein Drittel der befragten Unternehmen will zehn Prozent der Jobs streichen.

Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen gibt an, dass die Kapazitäten derzeit nur zu 50 bis 75 Prozent ausgelastet sind. Jedoch arbeiten nur bei etwa einem Viertel der Zulieferer mehr als die Hälfte der Belegschaft kurz.

Kostendruck sorgt für Stellenabbau

Die Zulieferer zieht es durch die Pandemie außerdem noch schneller ins Ausland. Fast 40 Prozent der Unternehmen haben bereits im Zuge des Transformationsprozesses und damit vor Beginn der Coronakrise geplant, ihre Fertigungen ins Ausland zu verlagern. Über zwei Drittel davon treten bei ihren Planungen nun dabei aufs Gaspedal.

Immerhin: Jeder achte Automobilzulieferer hat ausreichend Finanzierungsquellen und fühlt sich von den Hausbanken unterstützt. 20 Prozent der antwortenden Zulieferer hätten Hilfen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds und zehn Prozent Überbrückungshilfen für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) in Anspruch genommen oder planen dies derzeit.

VDA: Kurzarbeitergeld verlängern

Etwa jedes fünfte Unternehmen gab dabei an, dass unter den gegenwärtigen Bedingungen die Liquidität ohne größere Anpassungen nur noch für maximal zwei bis drei Monate gesichert sei.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller: „Wir unterstützen Überlegungen der Politik, relevante Maßnahmen zu verlängern, wie zum Beispiel das Kurzarbeitergeld. Dennoch bleibt der Anpassungsdruck hoch. Politik, Unternehmen und Gewerkschaften müssen jetzt gemeinsam alles tun, um eine Verlagerung der Produktion aus Deutschland und weiteren Stellenabbau infolge von Corona zu verhindern."

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