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WLTP versus NEFZ: Verbrauch genauer messen

| Redakteur: Thomas Günnel

Bessere Vergleichbarkeit, mehr Praxisnähe, ein Standard für alle: Das sind die Ziele des Worldwide harmonized Light Vehicle Test Procedures – kurz WLTP. Was wird geprüft? Was sind die wichtigsten Unterschiede zum NEFZ? Wer macht mit?

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Bessere Vergleichbarkeit, mehr Praxisnähe, ein Standard für alle: Das sind die Ziele des Worldwide harmonized Light Vehicle Test Procedures – kurz WLTP. Er löst ab dem Jahr 2017 den bisherigen Zyklus NEFZ ab.
Bessere Vergleichbarkeit, mehr Praxisnähe, ein Standard für alle: Das sind die Ziele des Worldwide harmonized Light Vehicle Test Procedures – kurz WLTP. Er löst ab dem Jahr 2017 den bisherigen Zyklus NEFZ ab.
(Foto: Tüv Süd)

Der neue globale Emissions- und Verbrauchsstandard wird schrittweise ab dem 1. September 2017 in der Europäischen Union und vielen anderen Staaten eingeführt und löst in Europa den Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) als Standard für die Zulassung neuer Fahrzeugmodelle ab. Experten vom Tüv Süd und dem Tüv Hessen stellten am 17. März in einem Workshop die beiden Testzyklen gegenüber. Das Ziel des neuen Tests: einen einheitlichen Standard für die Messung von Abgasemissionen und Kraftstoffverbräuchen schaffen. Der WLTP soll außerdem einige Mankos des NEFZ ausbessern – das zu fahrende Profil etwa ist deutlich realistischer und auf der Straße unter Alltagsbedingungen fahrbar. Die wichtigsten Unterschiede zum NEFZ sind die Fahrzeugeinteilung nach Gewichts-/Leistungsklassen, höhere gefahrene Geschwindigkeiten, die längere Prüfzeit, dynamische Fahrprofile und fahrzeugspezifische Schaltpunkte.

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Für die Verbrauchs- und Emissionsermittlung gibt es drei Gewichts-/Leistungsklassen:

  • Fahrzeuge bis 22 Watt pro Kilogramm
  • Fahrzeuge bis 34 Watt pro Kilogramm und
  • Fahrzeuge ab 35 Watt pro Kilogramm

Realistischere Fahrzustände

In der EU übliche Fahrzeuge fallen fast ausschließlich in die Klasse drei. Die wiederum ist zweigeteilt in Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit über oder unter 120 Stundenkilometern. Beim NEFZ gibt es diese Klasseneinteilung nicht. Neuerungen gibt es auch bei den gefahrenen Geschwindigkeiten: Während beim NEFZ maximal 120 Stundenkilometer gefahren wurden, fordert der WLTP eine Spitzengeschwindigkeit von über 130 km/h. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt mit knapp 47 Stundenkilometern etwa ein Drittel höher als beim NEFZ. Zudem ist der neue Zyklus mehr als doppelt so lang: 23 statt elf Kilometer sind zu fahren. Alle Änderungen zusammen führen zu einem Messverfahren, das realistische Fahrten abbildet.

Fahrzeugspezifische Schaltpunkte

Ein neuer Parameter im WLTP sind die Schaltpunkte. Im NEFZ sind sie festgelegt, ohne dabei auf die Fahrzeugklasse zu achten: Ein Fahrzeug mit einem 1,4-Liter-Turbo-Ottomotor muss im Test zum selben Zeitpunkt geschaltet werden, wie ein Fahrzeug mit einem 2,5-Liter-Dieselmotor. Beim Diesel vergibt man im Beispiel den Vorteil, dass deutlich früher geschaltet werden kann, was sich verbrauchssenkend auswirkt. Beim WLTP werden die Schaltpunkte aus einer Vielzahl von Werten errechnet. Dazu gehören zum Beispiel der Leistungsverlauf über das gesamte Drehzahlband und die Fahrzeugmasse plus Sonderausstattung und Fahrer.

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