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Wirtschaft Duesmann verantwortet nun auch Volkswagens Software-Einheit

| Redakteur: Christian Otto

Markus Duesmann bündelt immer mehr Macht bei VW: Neben der Aufgabe als Audi-CEO und der Verantwortung für die Forschung und Entwicklung des Gesamtkonzerns ist er nun auch für die neue Software-Einheit zuständig. Unterstützt wird er dabei von einem ehemaligen BMW-Mann.

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Der Audi-CEO Markus Duesmann wird immer mehr zum Hoffnungsträger für den Volkswagen-Konzern und übernimmt nun auch die Verantwortung für die neue Software-Einheit.
Der Audi-CEO Markus Duesmann wird immer mehr zum Hoffnungsträger für den Volkswagen-Konzern und übernimmt nun auch die Verantwortung für die neue Software-Einheit.
(Bild: Volkswagen AG)

Der neue Audi-CEO Markus Duesmann hat nun auch das Thema Software in seinem Verantwortungsbereich. Neben der Premiummarke ist der seit April amtierende Manager derzeit schon für die die Forschung und Entwicklung des VW-Konzerns zuständig. Nun wurde ihm auch die markenübergreifende „Car.Software“-Organisation zugeteilt, die sich mit einem eigenen Betriebssystem für alle Modelle des Volkswagen Konzerns, einer automobilen Daten-Cloud und einer neuen Elektronikarchitektur befassen soll.

Der bisherige Chef der neuen Software-Organisation Christian Senger musste seinen Posten räumen. Er hat die Einheit aufgebaut, Berichten zufolge lief dabei nicht alles reibungslos. Beim Aufbau dieser Einheit musste Senger Personal und Kompetenzen von den einzelnen Marken abziehen. Laut „Handelsblatt“ habe sich der Manager dabei mit zu vielen Mitentscheidern im Konzern überworfen. Für den ehemaligen BMW-Mann wird laut einer Pressemitteilung eine neue Aufgabe im VW-Konzern gesucht.

Ehemalige BMW-Manager sehr gefragt

Der ebenfalls von BMW kommende Duesmann gibt wiederum die Verantwortung für das Tagesgeschäft in die Hände von Dirk Hilgenberg. Der neue CEO war zuletzt ebenfalls beim bayerischen Konkurrenten unter Vertrag und als Senior Vice President Manufacturing Engineering tätig. Dabei bleibt Hilgenberg wohl im Freistaat, denn den organisatorischen Schwerpunkt baut die Car-Software in Ingolstadt, als ganz nah bei Audi auf.

Das geplante Betriebssystems VW.OS soll nach Willen der Manager erstmals in dem ebenfalls von Markus Duesmann angestoßenen Leuchtturmprojekt „Artemis“ eingesetzt werden. Dabei soll eine neue Einheit, die in enger Zusammenarbeit mit Car-Software agiert, beschleunigte Entwicklungsprozesse ermöglichen. Neben Ingolstadt ist die Software-Einheit mit ihren Tochterunternehmen auch in weiteren deutschen Standorten, unter anderem in Berlin, Stuttgart, Wolfsburg und perspektivisch auch in München vertreten und zudem in Europa sowie China, USA, Israel und Indien aktiv.

5.000 Fachkräfte bis Ende des Jahres

Seit dem 1. Juli konnten laut Unternehmen viele Fachkräfte aus den Konzernmarken und -gesellschaften für die Car-Software-Organisation gewonnen werden. In der laufenden Transferphase sollen sich demnach bislang mehr als 75 Prozent der Experten für die Arbeit in der neuen Software-Einheit gemeldet haben. Bis zum Ende des Jahres möchte man bereits rund 5.000 Fachkräfte unter dem Dach der Car-Softwarebündeln. Dabei stehen der Einheit geplante Investitionen von mehr als 7 Milliarden Euro bis 2025 zur Verfügung.

Die wird es brauchen, um beispielsweise dem Mitbewerber Tesla mit seinem eigenen Betriebssystem Paroli bieten zu können. Dafür wurde nun eben auch die Führung neu sortiert. Die Personalien Duesmann und Hilgenberg fallen in unruhige Zeiten für Manager des Konzerns: In den vergangenen Wochen hat VW auch die Führungsspitzen bei Konzernmarken wie Traton, MAN und VW Nutzfahrzeuge neue besetzt. Auch der bisherige Skoda-Chef Bernhard Maier musste gehen. Und VW-Konzernchef Herbert Diess musste nach einem Streit mit dem Aufsichtsrat die Leitung der Kernmarke VW Pkw abgeben.

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