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Motorsport Engineering

Elektrischen Rennserien: Surren statt knattern

| Autor/ Redakteur: Holger Holzer/SP-X / Jens Scheiner

Die Formel E ist die bekannteste, aber längst nicht die einzige elektrische Rennserie. Die Bandbreite reicht von Rundkurs-Wettbewerben für Strom-Motorräder bis zu Rallyes in Extremklima. Ein Überblick.

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Neben der Formel E gibt es noch weitere elektrische Rennserien.
Neben der Formel E gibt es noch weitere elektrische Rennserien.
( Bild: Jaguar )

„Race on sunday, sell on monday“ – was früher für das Auto mit Verbrennungsmotor galt, soll heute für das E-Mobil reaktiviert werden. Neben der bekannten Formel E wollen mittlerweile auch eine ganze Reihe weiterer Rennserien den Stromer populär machen. Eine Auswahl.

Extreme E

Die „Extreme E“ ist ein Ableger der Formel E. Anstatt über städtische Rundkurse geht es allerdings über Stock und Stein. Auf den weltweit verteilten Offroad-Strecken herrschen harte Bedingungen, speziell für die temperaturanfälligen E-Mobile: extreme Hitze in der Sahara, Luftfeuchtigkeit im Amazonasgebiet und große Höhen im Himalaya müssen gemeistert werden. Auch bei Minusgraden auf Grönland wollen die Hochleistungs-SUV starten. Ab Januar 2021 treten zwölf Teams im Turniermodus gegeneinander an, darunter aus Deutschland etwa Abt Sportsline. Zuschauer an der Strecke wird es kaum geben – die Rennen werden in Form einer TV-Serie vermarktet.

MotoE

Nicht nur Rennwagen fahren elektrisch – auch Rennmotorräder lassen sich mit Strom betreiben. Seit diesem Jahr findet im Rahmen der offiziellen MotoGP die Rennserie MotoE statt. Für die erste Saison sind fünf Termine mit jeweils zehn Runden pro Rennen vorgesehen, bei denen Privatteams mit jeweils zwei E-Bikes gegeneinander antreten. Die Rennmaschinen verfügen über 120 kW/160 PS starke Motoren und werden bis zu 270 km/h schnell – und das komplett leise. Die fehlende Geräuschkulisse ist nach Ansicht der Veranstalter eine der spannendsten Eigenschaften der neuen Rennserie: Zuschauer könnten Geräusche wahrnehmen, die normalerweise im Motorenlärm untergehen.

ETCR

Die ETCR ist der elektrische Bruder der Tourenwagen-Rennserie TCR. Vorgestellt wurde das Konzept 2018 auf dem Genfer Salon, wo mit dem Cupra E-TCR auch gleich das erste Wettbewerbsfahrzeug Premiere feierte. Der E-Racer basiert auf dem TCR-Cupra und steckte bereits die technischen Regularien ab: Anders als bei dem Original für konventionelle Autos ist beim E-Ableger Allradantrieb erlaubt, für den im Fall des Cupra vier Motoren mit zusammen 300 kW/408 PS Dauerleistung sorgen. Kurzzeitig sind bis zu 500 kW/680 PS möglich – deutlich mehr als bei den TCR-Benzinern. Der Start des Wettbewerbs ist für 2020 geplant.

I-Pace eTrophy

Mit dem Elektro-SUV I-Pace war Jaguar in Europa der Konkurrenz voraus. Um den rund 80.000 Euro teuren Stromer populär zu machen, stiegen die Briten bereits 2016 in die Formel E ein, 2018 folgte eine eigene Rennserie für das erste E-Mobil der Marke. Bei der I-Pace Trophy starten Serienfahrzeuge mit internationalen Piloten, gefahren wird im Vorprogramm der Formel E, wo Jaguar gemeinsam mit Panasonic ebenfalls vertreten ist.

Opel e-Rally Cup

Mit einem Rallye-Wettbewerb für E-Autos will Opel das Interesse an der neuen Elektro-Variante des Kleinwagens Corsa ankurbeln. Auf der diesjährigen IAA in Frankfurt feiert zunächst die Rennversion des Modells für den Kundensport Premiere, 2020 wird dann in Kooperation mit dem ADAC der „Opel e-Rally Cup“ ausgetragen. Der Wettbewerb findet im Rahmen der Deutschen Rallye-Meisterschaft sowie weiterer Veranstaltungen statt, geplant sind acht Wertungsläufe. Zunächst sollen 15 Autos zu einem Nettopreis unterhalb von 50.000 Euro gebaut werden, den Antrieb der Vorderräder übernimmt wie in der rund 30.000 Euro teuren Straßenvariante ein 100 kW/136 PS starker E-Motor.

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