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CO2-Studie Emissionsziele 2021: Deutsche OEMs mit Problemen

| Redakteur: Christian Otto

Die für 2021 ausgegeben CO2-Emissionsziele der EU setzen die europäischen Marken unter Druck. Während der PSA-Konzern mit seiner Flotte die Werte erreichen dürfte, haben die deutschen Hersteller laut einem Ranking der Berater von PA Consulting noch viel Arbeit vor sich.

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Die CO2-Emissionsziele setzen die europäischen Hersteller weiter unter Druck.
Die CO2-Emissionsziele setzen die europäischen Hersteller weiter unter Druck.
(Bild: ADAC)

Auch in diesem Jahr bildet das Beratungsunternehmen PA Consulting Group mit einer Prognose ab, wie Autohersteller in der EU ihre CO2-Emissionsziele 2021 erreichen werden. Dabei wird deutlich, dass nur ein Teil der OEMs diese Werte erreichen wird. So sieht PA Consulting Peugeot-Citroën (PSA), Toyota, Renault-Nissan und Volvo auf einem guten Weg. Fünf andere Hersteller – Volkswagen, BMW, Hyundai-Kia, Fiat Chrysler und GM – laufen hingegen Gefahr, diese Ziele zu verfehlen.

Mit Blick auf die Länderverteilung weisen die Experten darauf hin, dass gerade die deutschen Autohersteller, trotz Investitionen in Hybrid- und Elektrofahrzeuge, weiterhin bei der Senkung des CO2-Flottenausstoßes Probleme haben – die französischen Hersteller hingegen, nach frühen Investitionen in alternative Antriebe, weiterhin an der Spitze des PA Consulting-Rankings stehen.

Franzosen sind vorn

Im Detail bildet die Liste die zwölf größten Autohersteller in Europa in Bezug auf das Erreichen der CO2-Ziele in 2021 ab. Dabei steht Peugeot-Citroën (PSA) wie im Vorjahr an der Spitze. Toyota ist nun an zweiter Stelle und hat Renault-Nissan (Platz 3) überholt. Diese drei Hersteller, gemeinsam mit Volvo, werden laut Prognose der PA-Analysten mit großer Wahrscheinlichkeit ihre spezifischen CO2-Ziele 2021 erfüllen.

Nach dieser Spitze folgt ein breites Feld, in dem auch die drei deutschen Hersteller vertreten sind: Ford hat sich auf den vierten Platz leicht verbessert und damit Hyundai-Kia auf Platz sechs hinter sich gelassen. GM rangiert nun zwischen diesen beiden auf Platz fünf. VW verharrt weiter auf Platz neun. Daimler, weiter auf Platz zehn, kommt mit kontinuierlichem Fortschritt für die Reduzierung von CO2-Emissionen seinem spezifischen Ziel näher und ist zum zweiten Mal besser als BMW auf Rang elf.

Während Fiat Chrysler auf einem guten Weg zur Zielerreichung schien, ereilt sie nun laut PA Consulting ein ähnliches Schicksal wie zuvor schon Hyundai-Kia: Größere Fahrzeuge und SUVs in ihrem Portfolio sowie weniger effiziente Motoren lassen den Hersteller die CO2-Ziele für 2021 verfehlen – als einziger Hersteller verzeichnen sie aktuell einen Anstieg der CO2 -Emissionen, derzeit zehn Gramm mehr als beispielsweise Renault-Nissan.

Teure Zielverfehlung

Und die Verfehlung der Ziele könnte vor allem finanzielle Folgen haben: Die EU plant mit 95 Euro für jedes Gramm CO2 über dem herstellerspezifischen Ziel, multipliziert mit der Zahl verkaufter Fahrzeuge. Für BMW könnte sich dies auf rund 350 Millionen Euro belaufen, für Fiat Chrysler immerhin 600 Millionen Euro und für Volkswagen bis zu einer Milliarde Euro.

Die Rangliste sieht den PSA-Konzern bei der Erreichung der CO2-Ziele vorn.
Die Rangliste sieht den PSA-Konzern bei der Erreichung der CO2-Ziele vorn.
(Bild: PA Consulting)

Thomas Göttle, Automobilexperte bei PA Consulting, sagt: „Die Herausforderungen für Autohersteller, ihre CO2-Ziele in 2021 zu erreichen, bleiben – trotz großer Investitionen in Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Das Problem liegt darin, dass diese Fahrzeuge zu spät in den Markt kommen, um noch einen deutlichen Effekt für die Ziellinie in 2021 zu haben. Dies wird nochmals erschwert durch den neuen Testzyklus ab 2017. Die Hersteller müssen sich über die Hybridtechnologie hinaus bewegen und Elektrofahrzeuge noch attraktiver für ihre Kunden machen, um ihr Fahrzeugportfolio im Markt radikal zu verändern, wenn sie tatsächlich noch die nötige CO2-Reduzierung bis 2021 erreichen wollen.”

Insbesondere die Ausbreitung der Elektromobilität soll helfen, die Flottenwerte der OEMs zu senken. Gerade in diesem Jahr haben hierzu deutsche Hersteller wichtige Weichen gestellt: Daimler’s Generation EQ, VW’s ID und BMW’s I-Marke stehen als Antwort für den künftigen Weg zu Elektrofahrzeugen mit größerer Reichweite und eigenem Design.

Norwegen im Ländervergleich vorn

Neben dem Blick auf die Marken hat sich PA Consulting in einer Teilanalyse erstmals auch den europäischen Ländern mit einem Ranking genähert. Die Tabelle zeigt die große Bandbreite durchschnittlicher CO2-Emissionen der verkauften Fahrzeuge pro Jahr. Norwegen hat hier in 2015 die niedrigste CO2-Emission mit 100,5 g/km und zugleich die höchste Rate an Elektrofahrzeugen mit 22 Prozent der verkauften Autos. Die Niederlande stehen hier auf Platz zwei mit Emissionen von 101,3 g/km und einem Marktanteil von fast zehn Prozent für Elektrofahrzeuge. Deutschland dagegen belegt in der EU den letzten Platz mit CO2-Emissionen von 127,3 g/km und 0,7 Prozent Anteil für Elektrofahrzeuge, nur noch gefolgt von der Schweiz mit 134,6 g/km CO2 (trotz eines Anteils von über zwei Prozent Elektrofahrzeuge).

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