CES 2021 Intel und Mobileye kündigen Lidar-System-on-chip an

Redakteur: Sven Prawitz

Mobileye will in wenigen Jahren ein System-on-chip für Lidar-Sensoren auf den Markt bringen. Der Zulieferer nutzt dafür eine Intel-Technologie.

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Mobileye zeigt auf der CES ein Lidar-System-on-chip. Die Photonen werden dabei im Halbleiter erzeugt.
Mobileye zeigt auf der CES ein Lidar-System-on-chip. Die Photonen werden dabei im Halbleiter erzeugt.
(Bild: Intel)

Mobileye will bis zum Jahr 2025 einen siliziumbasierten System-on-chip (SOC) für Lidar-Sensoren auf den Markt bringen. Der Zulieferer nutzt dafür die Produktionsexpertise seines Mutterunternehmens Intel, erklärt Jack Weast im Gespräch mit »Automobil Industrie«. Weast arbeitet bei Intel als Senior Principal Engineer und ist bei Mobileye Bereichsleiter „Automated Vehicle Standards“.

Das israelische Unternehmen wurde mit seinen Kamerasystemen erfolgreich. Nun will Mobileye Lidar-Sensoren in sein Programm aufnehmen. Die SOC-Technik soll ein Lidar ohne bewegliche Teile ermöglichen. Der Siliziumhalbleiter enthalte sowohl elektronische Schaltungen als auch optische Komponenten auf einem Chip. Das Prinzip ist eine Frequency Modulated Continuous Wave (FMCW), mit dem der Abstand jedes Datenpunkts und dessen relative Geschwindigkeit gemessen werden kann.

Weitere Testflotten in vier Städten

Weast gab außerdem bekannt, dass Mobileye in vier weiteren Städten eine Flotte von automatisierten Testfahrzeugen stationieren wird. Dabei handele es sich um Detroit, Paris, Schanghai und Tokio. Bisher sind solche Testflotten in Jerusalem und München unterwegs. Der Zulieferer nutzt dabei seine Kartendaten, die das Unternehmen über die Kameras von Serienfahrzeugen im Feld gewinnt. „Damit sind die Fahrzeuge innerhalb von Tagen einsatzbereit.“ Weast erklärt, das dafür kein Entwicklerteam notwendig sei. In München etwa würde das lokale Sales-Team die Testflotte betreuen.

Der große Vorteil bei den nutzergenerierten Karten, so Weast, sei ein automatischer Prozess, der aus den Kameradaten Karten erstellt. Es ist kein manuelles Labeln der Objekte notwendig. Für Mobileye ist das eine Schlüsselkomponente für einen eigenen Robotaxi-Dienst. Johann Jungwirth zeigte sich kürzlich im Gespräch mit »Automobil Industrie« überzeugt, dass der Zulieferer noch in 2021 automatisierte Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer betreiben kann – vorausgesetzt die Regierungen erlassen die dafür notwendigen Regularien.

Der Fokus liege zunächst auf kommerziell genutzte Robotaxis. Aufgrund der momentan noch hohen Kosten der Technik werde der Markt für privat genutzte Fahrzeuge erst später erschlossen. Weast rechnet mit einem Zeitraum nach dem Jahr 2025. Um die Kosten für das Sensorsystem bis dahin weiter zu senken, arbeite Mobileye an einem eigenen Radarsensor.

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