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Neue Modelle Kia Pro Ceed: Der Shooting Brake für jedermann

| Autor/ Redakteur: Andreas Wehner / Jens Scheiner

Und noch ein Kombi: Mit dem neuen Proceed bringt Kia in der Kompaktklasse zusätzlich zum Sportswagon einen Shooting Brake, der einen großen Kofferraum mit sportlichem Design und sportlichen Fahrleistungen kombinieren soll. Wir haben uns angeschaut, wie gut das funktioniert

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Als erster Volumenhersteller demokratisiert Kia die Form des Shooting Brake.
Als erster Volumenhersteller demokratisiert Kia die Form des Shooting Brake.
(Bild: Kia)

Der Dreitürer ist passé: Nachdem sich immer weniger Kunden in der Kompaktklasse für ein dreitüriges Coupé interessieren, bietet Kia das Modell in der neuen Generation des Ceed nicht mehr an. Doch der Proceed bleibt im Portfolio – nur hat er jetzt fünf Türen und einen dicken Hintern. Als Shooting Brake soll er künftig einen großen Teil dazu beitragen, dass der Ceed 2019 die meistverkaufte Baureihe in der Kia-Palette wird.

Das Konzept des Shooting Brake ist bekanntlich nicht neu, aber auch nicht unbedingt häufig auf den Straßen zu sehen – und wenn, dann eher bei Premiumfahrzeugen. In der Kompaktklasse hat Mercedes beim CLA ebenfalls einen Zwitter aus Kombi und Coupé im Programm. Bei Kia hat man sich vorgenommen, das Konzept auch im Volumenbereich zum Erfolg zu führen.

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Mit Blick Richtung Premium

Dabei haben sich die Entwickler jedoch klar nach oben orientiert. Der Proceed ist nur in den beiden sportlich-hochwertigen Ausstattungslinien der Koreaner erhältlich: Es gibt ihn in der Version GT Line mit 140-PS-Benziner für 27.690 Euro oder mit 136-PS-Diesel für 29.590 Euro. Für den Proceed GT mit dem 204 PS starken 1,6-Liter-Benziner müssen Kunden mindestens 31.190 Euro beim Kia-Händler lassen. Wer statt des Sechs-Gang-Handschalters ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe haben möchte, muss jeweils noch 2.000 Euro drauflegen.

Kia-Deutschland-Geschäftsführer Steffen Cost rechnet damit, dass sich zehn Prozent der Proceed-Käufer für einen Diesel entscheiden werden. Die übrigen 90 Prozent dürften jeweils zur Hälfte einen der beiden Benziner bestellen. Der Proceed ist Costs Ansicht nach in diesem Jahr für 25 Prozent der gesamten Ceed-Verkäufe gut, 25 Prozent sollen auf den Kombi Sportswagon entfallen und die restlichen 50 Prozent auf den Fünftürer.

Recht großer Kofferraum

Die Absicht, Sportlichkeit mit Nutzwert zu verbinden, ist beim Proceed gut gelungen. Der Gepäckraum fasst 594 Liter. Das sind zwar 31 weniger als im Sportswagon, aber im Klassenvergleich immer noch ein guter Wert. So bieten beispielsweise die Kombiversionen von Seat Leon (580 Liter), Renault Megane oder Opel Astra (beide jeweils 540 Liter) weniger Platz. Die Rücksitzbank ist im Verhältnis 40:20:40 teilbar, sodass man auch einmal einen langen Gegenstand in der Mitte durchladen kann.

Serienmäßig hat der Proceed ein Gepäckraum-Trennsystem und – in der GT-Version – eine sensorgesteuerte Heckklappe an Bord. Sie öffnet sich automatisch, wenn man mit dem Schlüssel in der Tasche ein paar Sekunden hinter dem Auto steht. Für die Variante GT-Line ist sie optional erhältlich.

Die Passagiere müssen aufgrund der niedrigen Dachlinie zwar bei der Kopffreiheit Abstriche machen, sitzen jedoch auch hinten nicht beengt. In Sachen Schulter- und Beinfreiheit sind die Werte vorne identisch mit denen des Ceed Sportswagon, auf der Rückbank sind es jeweils ein paar Millimeter weniger.

Dafür erhalten Proceed-Käufer ein Auto, das schon optisch Eindruck macht. Mit einer Höhe von 1,42 Metern ist der Shooting Brake laut Kia das flachste Fahrzeug seiner Klasse und wirkt daher breiter und massiver. In der Seitenansicht sorgen die nach hinten abfallende Dachlinie und die stark geneigte Heckscheibe durchaus für Ähnlichkeit mit der Sportlimousine Stinger.

Spaß im Sportmodus

Und der sportliche Eindruck täuscht nicht – zumindest in der von uns gefahrenen GT-Version. Die turbobefeuerten 204 PS haben keine Mühe, das 1,5-Tonnen-Mobil voranzubringen. Spaß macht der Proceed GT vor allem, wenn man per Knopf in der Mittelkonsole in den Sport-Modus wechselt. Dann reagiert der Shooting Break beim Tritt aufs Gaspedal schneller, lenkt direkter und unterstützt den sportlichen Fahreindruck mit einem grummeligen Sound.

In 7,5 Sekunden sprintet der Proceed GT aus dem Stand auf Tempo 100. Da wäre schon noch Luft nach oben – schließlich gibt es bei der Konzernschwester Hyundai mit dem i30 N ein Fahrzeug, das noch eine ordentliche Schippe Leistung drauflegt. Doch derlei Fantasien erteilt Steffen Cost eine Absage. Schon wegen der CO2-Bilanz werde es ein solches Auto nicht geben.

Dennoch ist der Proceed noch nicht das Ende der Fahnenstange in Kias Kompaktbaureihe. Gegen Ende des Jahres wollen die Koreaner einer weitere Karosserievariante beim Ceed vorstellen. In welche Richtung es dabei gehen könnte, ist bislang niemandem zu entlocken. Was jedoch feststeht: Alle Varianten werden bald auch mit 48-Volt-Mildhybrid zu haben sein. Für den Ceed Sportswagon steht zudem ein Plug-in-Hybrid in den Startlöchern.

Jede Menge Assistenten

Wie für alle Ceed-Varianten ist auch für den Proceed eine Armada von Assistenzsystemen erhältlich. An Bord sind je nach Version ein Frontkollisionswarner mit Notbremsassistent, ein Querverkehrswarner, eine Verkehrszeichenerkennung, ein aktiver Spurhalteassistent, ein Stauassistent oder ein Müdigkeitswarner an Bord. Die schlechte Übersichtlichkeit nach hinten macht eine Rückfahrkamera wieder wett. Und auf Wunsch parkt der Proceed sogar alleine ein.

Der Marktstart des jüngsten Kia-Modells ist bereits am kommenden Wochenende: Der Handel feiert die Einführung des Proceed – und des Ceed GT – am 19. Januar mit einem „Open Day“.

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Das Pro-Ceed-Fahrwerk wurde für die zusätzliche Dynamik aufgerüstet, was sich durch eine durchaus sportliche Abstimmung bemerkbar macht. Die Insassen sind zwar stets bestens über den Straßenzustand informiert, doch gelang den Entwicklern eine gute Mischung aus sportlicher Härte und Komfortwerten, so dass der Pro Ceed zu den angenehmen Vertretern der sportlichen Kompaktmodelle gehört. Dank der präzisen Lenkung und der aufwendigen Fahrwerkskonstruktion stellt der Proceed seinen Fahrer nicht vor Probleme und zieht unaufgeregt seine Kreise. Offensichtlich haben sich die vielen Testfahrten auf der Nürburgring-Nordschleife ausgezahlt.

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