Suchen

Fahrpräsentation Neuer Audi R8: Für Motorsport und Alltag

| Autor / Redakteur: Claus-Peter Köth / Thomas Günnel

Audi hat seine Speerspitze den R8, überarbeitet. In Portimao/Portugal an der Algarve war jetzt die internationale Fahrvorstellung – der Bolide beeindruckte auf der Straße und auf der Rennstrecke gleichermaßen.

Firmen zum Thema

Audi hat seine Speerspitze, den R8, überarbeitet. Der Hochleistungssportwagen eignet sich aber für beide Welten: die Rennstrecke und die Straße.
Audi hat seine Speerspitze, den R8, überarbeitet. Der Hochleistungssportwagen eignet sich aber für beide Welten: die Rennstrecke und die Straße.
(Foto: Audi)

Als Audi im Jahr 2007 erstmals einen eigenen Mittelmotor-Sportwagen im Stile eines Ferrari 430 oder Lamborghini Gallardo an die Spitze seines Programms setzte, sorgte das für eine Revolution auf dem internationalen Markt. Typisch deutsch entwickelt, klare Linien, eine detailverliebte Konzentration auf Technik und Perfektion sowie neu entwickelte V8- und V10-Aggregate: Der R8 machte Furore. Das waren alles Attribute, die Audi nicht mehr nur im Volumen- und Premiumsegment zur Messlatte machten, sondern plötzlich auch in der emotionsgeladenen Sportwagen-Nische. Rund 27.000 Exemplare hat der Automobilhersteller vom Mittelmotor-Sportwagen bis in das Jahr 2015 hinein gefertigt. Zeit für eine Überarbeitung auf und unter der Aluminiumkarosserie.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 18 Bildern

Wichtiges Thema Leichtbau

Leichtbau spielt auch weiterhin eine tragende Rolle, nicht nur beim ewigen Kampf um CO2-Grammzahlen, sondern auch bei Dynamik, Traktion und Spitzengeschwindigkeiten. Die Marke nutzt den Motorsport mit den Modellen R8 LMS und dem Le Mans Prototypen R18 nicht nur aus Marketingzwecken, sondern auch, um die eigenen Serienprodukte leichter und schneller zu machen. 40 Prozent steifer und dennoch 15 Prozent leichter als der Vorgänger, so lautet die Bilanz für den neuen R8. „In keinem Audi war der Motorsport so nahe am Serienfahrzeug wie beim neuen R8“, sagt Heinz Hollerweger, Geschäftsführer der Quattro GmbH.

Karosserie: CFK nur dort, wo nötig

Beim V10 plus etwa beträgt das Leergewicht 1.555 Kilogramm, das Trockengewicht sogar nur 1.454 Kilogramm. Entscheidender Faktor dabei ist der Audi-Space-Frame (ASF). In Multimaterialbauweise ausgeführt, wiegt er nur 200 Kilogramm, zehn Kilogramm weniger als bisher. Große Komponenten bestehen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, der Vorder- und Hinterwagen sind ausschließlich aus Aluminium aufgebaut. Gemäß der Audi-Maxime „das richtige Material in der richtigen Menge am richtigen Ort“ ist CFK dort im Einsatz, wo es noch bessere Ergebnisse erzielt als Alu – etwa in der Rückwand, dem Mitteltunnel und in den dreiteiligen B-Säulen. Diese Teile werden im Harzinjektionsverfahren (Resine Transfer Moulding, RTM) produziert. Sie bilden mit 13 Prozent Anteil das annähernd verwindungsfreie Rückgrat des ASF.

Unterschiedlicher CFK-Aufbau

Je nach Einsatzort unterscheiden sich die CFK-Teile im Aufbau voneinander: Im Querträger der Rückwand, wo vor allem die maximale Festigkeit in Querrichtung zählt, sind die Gewebelagen weitgehend unidirektional ausgerichtet. Bis zu 14 von ihnen liegen hier übereinander, als fünf Millimeter starke Schicht mit einer sehr hohen Zugfestigkeit von 3.950 Megapascal. In den B-Säulen-Verstärkungen hingegen sind die Lagen in alle Richtungen orientiert, um Belastungen in Längs- und Querrichtung aufnehmen zu können. Die Zugfestigkeit beträgt 900 MPa. Hinzu kommen im R8 V10 plus die Sideblades und der Diffusor aus CFK. Der Vorder- und Hinterwagen des neuen R8 sind vollständig aus Aluminium in den Halbzeugen Guss, Profil und Blech aufgebaut. Die Gussknoten machen 20,8 Prozent des ASF aus.

(ID:43516206)