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IAA 2019

Opel-CEO: „Wir haben eine Stimme im Konzern“

| Autor/ Redakteur: Christian Otto / Jens Scheiner

Selbstbewusst präsentiert Michael Lohscheller die neue Elektrifizierungsstrategie auf der IAA. Die Laune ist gut, wird man doch das für 2026 anvisierte Renditeziel schon in diesem Jahr erreichen. Bei den Werken und der Internationalisierung gibt es aber noch viel zu tun.

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Opel-Chef Michael Lohscheller und Markenbotschafter und Liverpool-Trainer Jürgen Klopp präsentieren am Messestand die neuesten Modelle.
Opel-Chef Michael Lohscheller und Markenbotschafter und Liverpool-Trainer Jürgen Klopp präsentieren am Messestand die neuesten Modelle.
( Bild: Opel )

Opel-Chef Michael Lohscheller wirkt im Roundtable anlässlich der IAA gelöst. Hat er doch kurz zuvor den vollelektrischen Corsa-E zusammen mit Markenbotschafter und Liverpool-Trainer Jürgen Klopp präsentiert. Und das so genannte „Volkselektroauto“ ist laut dem Manager erst der Anfang der E-Offensive der Rüsselsheimer. Bis 2024 will man alle Baureihen elektrifiziert haben.

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Deshalb zeigt man in Frankfurt rund um das Thema Elektromobilität neben dem Corsa-E auch eine Rallye-Version und den Grandland X Plug-in-Hybrid. Mehr Premieren als je zuvor, dafür aber nur noch auf einer Messestandfläche, die einem Drittel der Fläche entspricht, die noch 2017 zur Verfügung stand. Man spart, wo man kann.

Standort Rüsselsheim wird mit der Produktion des Astra gestärkt

Das ist auch mit Blick auf den möglichen harten Brexit sinnvoll. Lohscheller bestätigt, dass man sich auf dieses Szenario vorbereitet habe und parallel keine Investitionsentscheidungen für die dortigen Produktionsstätten treffen möchte. Für Rüsselsheim allerdings habe man mit der Ankündigung, den Astra dort ab 2021 zu fertigen, ein klares Bekenntnis getroffen. „Jeder fünfte Opel ist ein Astra. Das ist also eine Entscheidung für Rüsselsheim“, so Lohscheller.

Inwieweit der Insignia dort auch zukünftig noch gefertigt wird, hänge auch von der Entwicklung des Segments ab. Das Auto behaupte sich dort gut. Aber insgesamt sinke die Nachfrage im Segment. Gefragter seien die kleineren SUVs. Auch problematisch: Astra und Insignia sind die letzten Modelle, die noch auf einer GM-Architektur stehen.

Renditeziel für 2026 noch in diesem Jahr erreicht

Während das Flaggschiff sich also behaupten muss, kann Lohscheller zumindest bei der Profitabilität einen Erfolg vermelden. Man erreiche das für 2026 ausgegebene Ziel von sechs Prozent wohl schon Ende dieses Jahres. Daraus würden natürlich auch neue Vorgaben entstehen. Dabei strebe man das Profitabilitätsniveau der anderen PSA-Marken an.

Gleichzeitig gebe es bei der Internationalisierung noch viel zu tun. Afrika und vor allem Russland stehen dabei im Fokus. „Wir wollen die Abhängigkeit von Europa verringern“, so der CEO. China hingegen diskutiere man erst, wenn Russland „funktioniere“. Man habe gerade in Russland eine „Lead-Funktion“ für den gesamten PSA-Konzern. Als deutsche Marke sei man da anerkannt.

Eigene Batteriefertigung geplant

Das Selbstbewusstsein holt sich Lohscheller auch aus der Vorstandsposition im obersten Konzerngremium. 25 Prozent des Gesamtumsatzes von PSA komme von Opel. Und man habe „eine Stimme im Konzern“. Im Verbund plane man deshalb die eigene Batteriefertigung, um sich unabhängiger von externen Batterieherstellern zu machen. Eine Entscheidung hierzu kündigte Lohscheller auch für Ende 2019 an.

Dabei werde auf die ganze Breite der Antriebe gesetzt – vom Verbrenner bis zum E-Fahrzeug. Die Multi-Energy-Plattform von PSA biete hierfür die maximale Flexibilität. Das „schütze auch die Werke“, sagt der Opel-CEO, „auch weil der Hochlauf bei den Stromern nicht steil verlaufen werde.“ Und zum Diesel meint Lohscheller: „Er ist am Leben.“

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