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Fahrbericht

Subaru XV 2.0i – der Allrounder

| Autor: Sven Prawitz

Seit Herbst 2017 schickt Subaru die zweite Modellgeneration des Crossover „XV“ ins Rennen. Wie bei den Japanern üblich mit Boxermotor, CVT-Getriebe und Permanent-Allrad. Macht das den XV zum Allrounder für Straße und Gelände?

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Der Subaru XV ist das Crossover-SUV der japanischen Nischenmarke. Unser Testwagen hatte die Ausstattungsvariante „Exclusive+“.
Der Subaru XV ist das Crossover-SUV der japanischen Nischenmarke. Unser Testwagen hatte die Ausstattungsvariante „Exclusive+“.
(Bild: Jens Scheiner/»Automobil Industrie«)

In der Klasse der SUVs feiern die Volumenhersteller vor allem mit kompakten Varianten große Erfolge: Autos wie der Opel Mokka, Hyundai Kona, Ford Kuga, Seat Arona und VW T-Roc gehören zu den erfolgreichsten der Klasse. Subaru setzt mit dem XV auf dem Impreza auf.

Technisch setzt sich der XV deutlich von den Wettbewerbern ab. Großvolumiger Motor und Allradantrieb sind Serie, und das von Subaru geschnürte Gesamtpaket der Assistenzsysteme überzeugt. Der Boxermotor kennt prinzipbedingt kaum Vibrationen und der serienmäßige Allradantrieb besitzt mit dem X-Mode-Assistenzsystem das Potenzial abseits befestigter Straßen zurecht zu kommen.

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Viele Assistenzsysteme

Wie der Impreza ist der XV mit dem Assistenzsystem „Eye Sight“ ausgestattet. Mit seiner Stereokamera kombiniert es ein Notbrems- und Anfahrsystem mit Kollisionswarner, eine adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung und dazu überwacht es die Spurhaltung. Das System funktionierte mit einer Ausnahme sehr gut: Morgens auf der Autobahn Richtung Süden interpretierte die Software den Sonnenlichtstreifen, der zwischen dem Schatten der Leitplanken auf der Straße leuchtete als Fahrbahnmarkierung. Entsprechend hat Eye Sight gewarnt, sobald man über den Lichtstreifen gefahren ist, obwohl noch genügend Platz zum linken Fahrbahnende gewesen ist.

Unser Testwagen hatte noch die optional erhältlichen radargestützten Spurwechsel-, Totwinkel- und Querverkehrassistenten an Bord. Diese nach hinten ausgerichtete Umfeldüberwachung funktioniert außerordentlich gut. In der Stadt wurden Radfahrer und Fußgänger, die sich auf das Fahrzeug zu bewegten sehr früh und zuverlässig erkannt. Selbst Personen, die sich vom Nachbarfahrzeug verdeckt in Richtung Rangierbereich beim Ausparken bewegten, wurden detektiert.

Elektronisch behütet und geleitet wird selbst eine Fahrt Montagmorgen oder Freitagabend auf der A3 zum entspannten Vergnügen. Tempomat auf 160, DAB-Radio ein – und ab dafür! Sogar beim rückwärts Einparken setzt der XV Maßstäbe: Subaru hat ganz offensichtlich nicht an der Rückfahrkamera und dem Entertainment-Monitor gespart – dank hoher Auflösung könnte man bei Bedarf die Schlagzeilen einer Zeitung auf dem Boden hinter dem Auto lesen.

Eigenwillige Getriebesteuerung

Etwas eigenwillig ist das „Lineartronic“ genannte CVT-Getriebe. In Europa sowieso schon ein Exot hat das Getriebe ungewohnte Eigenheiten: Spontane, starke Beschleunigungswünsche quittiert der XV mit einer kurzen Gedenksekunde, bis sich das von Haus aus stufenlose Getriebe in den sieben künstlich simulierten Gängen die richtige Abstufung ausgesucht hat. Als Trostpflaster erspart der XV seinen Fahrern das nervtötende Aufheulen des Motors, eine sonst übliche Begleiterscheinung stufenloser Getriebe.

Orangerote, sauber verarbeitete Ziernähte peppen den gesamten Innenraum auf; auch mit den Materialien bei Lenkrad, Sitzen und Armaturenbrett haben die Innenraumdesigner eine gute Wahl getroffen. Einzig die Schalthebeleinfassung in Klavierlackoptik möchte ausschließlich schonend gereinigt werden – ein unbedachter Wisch hat hier leider bleibende Folgen.

Mit seinem übersichtlich gestalteten Armaturenbrett, den intuitiv bedienbaren Instrumenten und den bequemen Sitzen prädestiniert sich der XV als gemütlicher Gleiter für lange Autobahn- und Landstraßenetappen. Besonders auf der Rückbank überzeugt er mit großer Beinfreiheit. Auch als Lastentransporteur empfiehlt sich der XV, mit einer nur schwach ausgeprägten Stufe im Kofferraumboden bei umgelegter Rückbank.

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Üppige Ausstattung – stolzer Preis

Der Einstiegspreis des Subaru XV liegt bei 22.980 Euro. Dafür gibt es den 1,6-Liter-Motor mit 84 kW. Die uns zur Verfügung gestellte Variante „Exclusive+“ gibt es ausschließlich mit Zweilitermotor (115 kW) für mindestens 32.980 Euro. Bis auf einer Lederinnenausstattung (2.590 Euro extra) ist in diesem Paket alles enthalten. Darunter etwa das DAB-Radio mit Acht-Zoll-Bildschirm, Lenkradheizung, LED-Scheinwerfer mit Kurvenlicht und 18-Zoll-Leichtmetallräder.

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Sven Prawitz

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Technikjournalist