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Wirtschaft Volvo und Veoneer steigen aus Joint Venture Zenuity aus

| Autor: Sven Prawitz

Das Joint Venture Zenuity sollte Assistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen für Volvo und Veoneer entwickeln. Nach drei Jahren trennen sich die Wege wieder.

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Nach drei Jahren bereits wieder Geschichte: Volvo und Veoneer beenden die Zusammenarbeit im Gemeinschaftsunternehmen.
Nach drei Jahren bereits wieder Geschichte: Volvo und Veoneer beenden die Zusammenarbeit im Gemeinschaftsunternehmen.
(Bild: Zenuity)

Der Automobilzulieferer Veoneer steigt bei seinem Joint Venture Zenuity aus. Das Gemeinschaftsunternehmen, an dem Veoneer und Volvo mit je 50 Prozent beteiligt sind, hatte erst vor drei Jahren seinen Betrieb aufgenommen. Zenuity entwickelte Fahrerassistenzsysteme und Technik für hochautomatisierte Fahrzeuge.

Jan Carlson, President und CEO von Veoneer, begründete den Ausstieg mit einer besseren Perspektive für den Markt von Assistenzsystemen. Bis zum Jahr 2030 erwartet Carlson einen Marktanteil von mindestens 85 Prozent für Level-1 bis Level-2+-Systeme. Entsprechend niedrig schätzt er die Vermarktungschancen für eine höhere Fahrzeugautomatisierung ein.

Level 4 kommt später als gedacht.

Jan Carlson, President und CEO Veoneer

Fokus auf aktuelle Dekade

„Level 4 kommt später als gedacht“, sagte Carlson in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen seien noch ungeklärt und es bestehe noch sehr viel Entwicklungsarbeit, nannte er weitere Punkte, die eine zügige Markteinführung von hochautomatisierten Systemen verhindere. Veoneer legt damit den Fokus auf Systeme, die sich kurz- bis mittelfristig kommerzialisieren lassen.

Volvo übernimmt die Mitarbeiter und Standorte (Göteburg, Schanghai) die am hochautomatisierten Fahren arbeiten. Für diese Aktivitäten werde der OEM ein neues Unternehmen gründen. Veoneer übernimmt über 200 der 800 Zenuity-Mitarbeiter und die Standorte in Michigan (USA) sowie bei München. Das seien vor allem Mitarbeiter, die bisher an Fahrerassistenzsystemen arbeiten. Zudem soll Veoneer einmalig 15 Millionen US-Dollar als Ausgleich für die Übernommenen Mitarbeiter und Standorte erhalten.

Laut Carlson spart Veoneer durch die Integration des ADAS-Teams jährlich zwischen 30 und 40 Millionen US-Dollar. Außerdem geht er von schnelleren Entwicklungszyklen aus.

Volvo und Veoneer teilen sich IP

Zenuity werde als Holding für die in den vergangenen Jahre entwickelte Intelligent Property weitergeführt. Sowohl Volvo als auch Veoneer werden nach eigenen Angaben auch künftig vollen Zugriff auf die IP haben. Carlson betonte, dass das auch für IP im Bereich Level 4 und 5 gelte. Veoneer wolle künftig hochautomatisierte Systeme entwickeln und produzieren, sobald der Markt dafür bereit sei. Die Aufspaltung und Neuorganisation von Zenuity soll im dritten Quartal 2020 abgeschlossen sein.

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 Sven Prawitz

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Technikjournalist